Ludwigshafen-Vorderpfalz
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Pressemeldung

Warten auf die Radroute

Angekündigt, versprochen, vertagt: Der VCD sieht beim Ausbau der Radinfrastruktur in Ludwigshafen und der Vorderpfalz eine wachsende Lücke zwischen politischen Zielen und der Realität.

Der VCD Ludwigshafen-Vorderpfalz kritisiert die schleppende Umsetzung der Radverkehrspolitik in der Region. Trotz abgeschlossener Machbarkeitsstudie und politischer Zusagen kommt die Pendler-Radroute Nord kaum voran. Zugleich befürchtet der Verband, dass auch das Versprechen einer schnellen und komfortablen Querung der neuen Helmut-Kohl-Allee für Radfahrende und Fußgänger nicht eingehalten wird.

Pendler-Radroute Nord: Fünf Jahre Stillstand

Der VCD Ludwigshafen-Vorderpfalz zieht eine ernüchternde Bilanz der Radverkehrsförderung in der Region. Trotz jahrelanger Planungen, zahlreicher Ankündigungen und einer abgeschlossenen Machbarkeitsstudie ist die Pendler-Radroute Worms–Frankenthal–Ludwigshafen bis heute nicht über die Vorbereitungsphase hinausgekommen.

Im Mai 2021 wurde die Machbarkeitsstudie mit großem öffentlichen Interesse vorgestellt. Die damalige rheinland-pfälzische Verkehrsministerin Sabine Schmitterklärte damals, alle sieben Pendlerradrouten des Landes sollten bis 2026 im Bau oder bereits fertiggestellt sein.

Heute, fünf Jahre später, teilt der Landesbetrieb Mobilität (LBM) mit, die Route befinde sich weiterhin „in den Abstimmungen der nächsten Schritte für den weiteren Realisierungsprozess". Mit anderen Worten: Selbst eine Entwurfsplanung liegt noch nicht vor.

Zum Vergleich: Für die südliche Pendler-Radroute Ludwigshafen–Schifferstadt wurden bereits 2023 Planungsleistungen vergeben. Die nördliche Verbindung, die täglich tausenden Berufspendlerinnen und Berufspendlern zwischen dem Raum Worms, Frankenthal und dem BASF-Standort eine attraktive Alternative zum Auto bieten könnte, kommt dagegen kaum voran.

Helmut-Kohl-Allee: Komfortversprechen auf der Kippe

Bereits im Bürgerdialog zur Verschwenkung der Stadtstraße im Mai 2021 sagte die Stadt Ludwigshafen zu, Radfahrenden und Fußgängern durch eine sogenannte progressive Ampelschaltung eine Querung der neuen Stadtstraße ohne Zwischenstopp auf einer Mittelinsel zu ermöglichen.

Ob dieses Versprechen eingehalten werden kann, ist inzwischen völlig offen. Wer künftig aus Richtung Norden in die Innenstadt radelt, muss im ungünstigsten Fall an drei Ampeln halten, um den bis zu neun Fahrstreifen breiten Straßenzug zu überqueren.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Im Bürgerdialog wurde ausdrücklich eingeräumt, dass die Einbindung der Pendler-Radroute Worms–Ludwigshafen in die Planung der Helmut-Kohl-Allee bislang „leider noch nicht berücksichtigt" worden sei.

Fördermittel vorhanden – politischer Wille fehlt

Nach Auffassung des VCD liegt das Problem nicht am Förderrecht, sondern an den Prioritäten.

Die Helmut-Kohl-Allee ist Teil der Bundesstraße 44. Investitionsentscheidungen für Bundesstraßen orientieren sich am Bundesverkehrswegeplan, dessen Nutzen-Kosten-Bewertung nahezu ausschließlich auf dem motorisierten Verkehr basiert. Der Komfort für Radfahrende und Fußgänger spielt in diesem Verfahren praktisch keine Rolle.

Gleichzeitig stellt das Land Rheinland-Pfalz über das Bundesförderprogramm „Stadt und Land" ausdrücklich Mittel für eine radverkehrsfreundliche Infrastruktur bereit – auch für optimierte Ampelschaltungen und komfortable Querungen.

Da die Stadt Ludwigshafen Baulastträgerin der B44 im Stadtgebiet ist, liegt die Entscheidung über eine komfortable Querung letztlich bei ihr. Der VCD sieht deshalb nicht fehlende Fördermöglichkeiten als Problem, sondern den mangelnden politischen Willen, vorhandene Förderprogramme konsequent für den Radverkehr zu nutzen.

Auch außerhalb Ludwigshafens stocken die Planungen. Weder auf Frankenthaler Gemarkung noch in den betroffenen Gemeinden des Rhein-Pfalz-Kreises sind wesentliche Fortschritte erkennbar. Damit bleibt die gesamte Pendler-Radroute hinter den politischen Ankündigungen zurück.

Besonders bedauerlich ist dies vor dem Hintergrund der jahrelangen Einschränkungen im Autoverkehr durch den Umbau der Hochstraßen und die Arbeiten an den Rheinbrücken. Gerade in dieser Situation könnten viele Pendlerinnen und Pendler auf das Fahrrad umsteigen – vorausgesetzt, es stünde eine leistungsfähige und durchgängige Radinfrastruktur zur Verfügung.

VCD fordert verbindliche Schritte

„Was wir in Ludwigshafen erleben, ist kein Einzelfall – aber besonders augenfällig", sagt der Vorsitzende Helmut Buchholz. „Radverkehr wird in Leitbildern priorisiert und in Bürgerdialogen mit Komfortversprechen versehen. Sobald es konkret wird und es um Geld sowie Zuständigkeiten geht, gerät er wieder ins Hintertreffen."

Der VCD Ludwigshafen-Vorderpfalz fordert deshalb:

  • einen verbindlichen Zeitplan für die Entwurfsplanung der Pendler-Radroute Nord einschließlich eines regelmäßigen öffentlichen Berichtswesens;
  • die nachträgliche Integration der Pendler-Radroute in die Planung der Helmut-Kohl-Allee, solange noch Gestaltungsspielräume bestehen;
  • die Beantragung von Fördermitteln aus dem Bundesprogramm „Stadt und Land" für eine leistungsfähige und komfortable Querung der Helmut-Kohl-Allee;
  • die Einhaltung des ursprünglichen Versprechens einer möglichst kreuzungsfreien und wartearmen Querung der neuen Stadtstraße für den Radverkehr.

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