Unsere Frage: Wie gedenken Sie, in der kommenden Legislatur die verkehrliche Situation am Mittelrhein für den Rad- und Fußverkehr und für den ÖPNV BUGA-tauglich, für Tausende von Besucher:innen an Spitzentagen, umweltfreundlich zu entwickeln?
Grundsätzlich sind der Ausbau sowie Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur mit dem Ziel, dass alle Menschen verlässlich, bezahlbar, barrierefrei und umweltfreundlich unterwegs sein können, unsere Priorität. Die Bundesgartenschau betrachten wir als eine hervorragende Gelegenheit, um das Mittelrheintal als Erholungsort und Reiseziel in den Fokus des Publikums zu bringen ohne den ursprünglichen Flair zu verlieren oder die Einwohnerinnen und Einwohner einzuschränken. Für die BUGA wird ein Mobilitätskonzept entwickelt, mit dem folgende Ziele verknüpft werden: die Bündelung umweltfreundlicher Verkehre, die Stärkung des ÖPNV und die Vermeidung der Zunahme von motorisiertem Individualverkehr im Tal. Ebenso sind in dem Konzept sowohl An- und Abreise als auch die Mobilität im Tal mitgedacht. Mithilfe attraktiver ÖPNV-Angebote, der Bündelung von Verkehrsmitteln sowie digitaler Lösungen werden die Belange der Gäste und Einwohner in Einklang gebracht.
Wir GRÜNE sehen in der BUGA 2029 eine große Chance, die nachhaltige Mobilität im Mittelrheintal dauerhaft zu stärken. Mit dem Mobilitätskonzept bringen wir die Besucher:innen schnell, sicher und komfortabel zu den Ausstellungsorten der BUGA sowie den angrenzenden touristischen Attraktionen. Schwerpunkt liegt für uns GRÜNE auf klimafreundlicher Mobilität, Stärkung von Schiene und ÖPNV sowie Vermeidung der Zunahme von motorisiertem Individualverkehr im Tal. Wir wollen die ÖPNV-Angebote ausbauen, die Kapazitäten auf der Schiene erweitern und durchgängige, sichere Radverbindungen schaffen. Zugleich setzen wir uns für den Ausbau von Mobilitätsstationen ein und stärken somit den einfachen und flexiblen Umstieg zwischen den Verkehrsmitteln. Die BUGA 2029 soll Impulsgeberin für eine umweltverträgliche Mobilität im Mittelrheintal sein und die Lebensqualität für die Menschen vor Ort verbessern.
Die Bundesgartenschau 2029 (BUGA) im Oberen Mittelrheintal ist ein zentrales Struktur- und Regionalentwicklungsprojekt. Sie erstreckt sich über 67 Rheinkilometer und zielt darauf ab, die Region zwischen Koblenz und Bingen durch Investitionen in Infrastruktur, Tourismus und Ortskerne nachhaltig aufzuwerten.
Die Gestaltung eines attraktiven Mobilitätskonzepts zur BUGA 2029 ist in dem engen Rheintal eine Herausforderung und obliegt der BUGA 2029 gGmbH. Neben dem Fuß- und Radverkehr und dem ÖPNV sind nach unserer Auffassung dabei auch der SPNV sowie der Fährverkehr wichtige Player für das Mobilitätsangebot der BUGA.
Sollten sich aus dem Mobilitätskonzept der BUGA 2029 gGmbH der Bedarf weiterer Infrastrukturmaßnahmen ergeben, muss deren Unterstützung geprüft werden.
Zudem setzen wir auf den Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz, der mit der konzeptionellen Umsetzung betraut ist, attraktive und nachhaltige Rahmenbedingungen im Mittelrheintal für ein funktionierendes Radwegenetz und radfahrerfreundliche Qualitätsstandards vor Ort zu schaffen, nicht zuletzt mit Blick auf die BUGA 2029.
Die BUGA 2029 muss verkehrlich so organisiert werden, dass sie das Mittelrheintal nicht zusätzlich belastet, sondern nachhaltige Verbesserungen anstößt. Für uns steht der ÖPNV als Rückgrat der Besucherlenkung im Mittelpunkt – mit Taktverdichtungen, abgestimmten Fahrplänen und Park-and-Ride-Lösungen außerhalb sensibler Ortslagen. Gleichzeitig wollen wir Rad- und Fußwege gezielt ausbauen und bestehende Lücken schließen, sodass Investitionen dauerhaft wirken. Ziel ist ein umweltfreundliches Mobilitätskonzept, das über 2029 hinaus einen Mehrwert für die Region schafft.
Das obere Mittelrheintal ist, wie sie korrekt anführen, geprägt durch ein enges Tal mit hoher Verkehrsbelastung. Das wird sich aus unserer Sicht bis 2029 kaum ändern lassen, da größere bauliche Veränderungen in diesem Zeithorizont als schwer realisierbar erscheinen. Aus unserer Sicht ist die einzige Möglichkeit, den touristischen Ansturm zu bewältigen und der BUGA gerecht zu werden auf kleinteilige Lösungen zu setzen. E Shuttles, zusätzliche Züge und E Bike Schnellradwege könnten ein Baustein sein, um mehrere Wege für die Anreise zu schaffen. Grundsätzlich muss jedoch auch mit der Bahn und dem Güterverkehr ein tragfähiges Konzept erarbeitet werden.
Die aktuelle Landesregierung hat es versäumt, rechtzeitig die Weichen für die verkehrliche Entwicklung des Mittelrheintals zu stellen, und das obwohl die Vergabe der BUGA ja nicht erst gestern stattgefunden hat und die Entwicklung des Mittelrheintales ohnehin schon lange ein anstehendes Thema ist. Und nun sind es nur noch drei Jahre, in denen man etwas aufbauen könnte, angesichts der Zeitspannen, die für die Umsetzung einer Verkehrsplanung in Deutschland benötigt werden, ist das nicht ausreichend. Das erklärt auch, warum man bei Nachfrage zwar Verständnis, aber keine Lösungsvorschläge erntet.
Es wird wichtig sein, insbesondere durch ein verstärktes Angebot im ÖPNV, eine Alternative zum Auto anzubieten. Dafür muss allerding auch die Möglichkeit, Fahrräder im ÖPNV mitzuführen, deutlich verbessert werden. Dies könnte dann auch als Modell für den Rest des Landes dienen. Darüber hinaus muss für das Mittelrheintal ein langfristiges und tragfähiges Verkehrskonzept aufgestellt und konsequent und zügig umgesetzt werden.