Landesverband Rheinland-Pfalz

Wissen, wie es geht: Mit dem Bus zur Schule

Während in den meisten Fällen der Weg zur Grundschule zu Fuß noch gut funktioniert, ist bei den weiterführenden Schule für viele Schülerinnen und Schüler das Busfahren bzw. in manchen Großstädten das Fahren mit der Straßenbahn die beste Option. Wir geben Tipps, wie Eltern den Start in die neue Selbstständigkeit unterstützen können.

Damit alle möglichst gute und gleiche Chancen für die Fahrt zur Schule haben und zugleich auch die Möglichkeit erhalten, Mitschüler:innen zu besuchen und sich in die erweiterte Mobilität hineinzutasten, fordert der VCD im Übrigen, dass das Wahlversprechen umgesetzt wird, allen Schüler:innen in Rheinland-Pfalz ein Deutschlandticket zur Verfügung zu stellen. 

Bevor das neue Abenteuer startet

Es lohnt sich vorab, einige grundlegende Fragen zu beantworten.

  • Welche Erfahrungen hat mein Kind bisher in puncto Fahren mit dem ÖPNV gesammelt? Ist das Kind schon zu Grundschulzeiten oder in der Freizeit häufig(er) Bus oder Straßenbahn gefahren? 
  • Je nach Wohnort sind die Voraussetzungen sehr unterschiedlich. Wohne ich in einer Großstadt, muss ich mit vollen Bussen und Bahnen und evtl. auch Umsteigen auf dem Schulweg rechnen. Dafür fährt der Bus oder die Bahn wahrscheinlich häufiger.  
  • Gibt es mehrere Linien, die die Schule ansteuern? Welcher (Schul-)Bus ist für mein Kind die beste Option? Handelt es sich um einen Linien- oder Schulbus? 
  • Um wieviel Uhr fährt der Bus bzw. die Bahn ab? Wann beginnt die Schule? Kommt mein Kind mit eventueller Verspätung zurecht? Ist es möglich (und vielleicht auch sinnvoll?), dass mein Kind einen früheren Bus, eine frühere Bahn nimmt, um Verspätungen besser auffangen zu können? 
  • Gibt es Kinder aus der Nachbarschaft, die die gleiche Schule besuchen und mit denen mein Kind den Weg zur Haltestelle gemeinsam zurücklegen könnte? Gerade in den ersten Wochen kann das eine große Hilfe für die neuen Fünftklässler:innen sein.

Gegen Ende der Sommerferien lohnt es sich, den neuen Schulweg gemeinsam zu üben. Dabei kann die erwachsene Begleitperson dem Kind beim ersten Mal gerne helfen, sich zurecht zu finden. Bei mehrmaligem gemeinsamen Üben sollten die Erwachseen sich natürlich immer mehr zurückzuhalten, damit das Kind den neuen Weg alleine meistern lernt.

 

Der Weg zur Haltestelle

  • Gibt es Gefahrenstellen, auf die das Kind besonders achten muss? Nicht immer ist der kürzeste Weg oder die nächstgelegene Haltestelle die beste Option. Oftmals lohnt es sich auch zusammen andere nahe gelegene Haltestellen und/oder unterschiedliche Wege zu den Haltestellen anzuschauen. 
     
  • Wie lange braucht mein Kind von der Haustür bis zur Haltestelle? Es sollte genügend Zeit haben, um in Ruhe den Weg bewältigen zu können.
     
  • Trotzdem sollten Kinder auch verinnerlichen, wie sie sich verhalten, wenn sie spät dran sind: Nicht einfach loslaufen; beim Überqueren der Straße immer auf eine ausreichend große Lücke im Verkehr warten; lieber die Bahn oder den Bus fahren lassen und das Risiko des Zuspätkommens einzugehen, als die Straße unsicher zu überqueren.

An der Haltestelle

  • Wenn ein Bus kommt: Kinder müssen genügend Abstand (= 1 Meter) zum Bordstein halten, insbesondere dann, wenn ein Bus die Haltestelle anfährt. 
  • Erst einmal warten, bis sich die Türen öffnen. Nicht schon vorher drückendrücken, da sonst eine Tür blockiert esein kann.
  • Drängeln und Schubsen beim Einsteigen sind gefährlich. Lieber als letzte(r) einsteigen
  • Der Ranzen soll vor dem Einsteigen am besten ausgezogen werden. 

Kinder brauchen einen Plan B:  Was tue ich, wenn ich zu spät dran bin?  Was, wenn der Bus/die Bahn mir vor der Nase weg fährt? Was, wenn der Bus/die Bahn eine größere Verspätung hat? Wen rufe ich an?
Es empfiehlt sich, diese Fragen mit dem Kind durchzuspielen, damit es sich seine Optionen einprägen kann. Es ist außerdem sinnvoll, mit dem Kind das Fahrplan lesen zu üben. Diese Pläne erklären sich für Kinder (noch) nicht von selbst. So kann es bei Verspätung nach dem nächsten Bus/der nächsten Bahn Ausschau halten...Vielleicht gibt es auch eine Alternativhaltestelle mit einer anderen Linie in der Nähe. Wie man einschätzt, ob es Sinn macht, zu ihr hinzugehen, ist auch zu üben. 

Im Bus/in der Bahn

  • Idealerweise kann das Kind während der Fahrt sitzen und stellt den Ranzen vor sich zwischen die Beine bzw. nimmt ihn auf den Schoß. 
  • Ist kein Platz frei, muss es sich während der Fahrt festhalten. Dabei nimmt es den Ranzen am besten ebenfalls zwischen die Beine und achtet auf einen sicheren Stand.
  • Ggf sollten Eltern mit ihren Kindern üben, wo sie sich am besten festhalten. 
  • Wo steige ich aus? Ist die Schule gleichermaßen die Endstation (bei Schulbussen meist der Fall) oder fährt der Bus / die Bahn weiter? 
  • Falls der Bus noch weiter fährt bzw. in der Bahn: Üben Sie mit dem Kind das Lesen der Anzeigetafeln. Alternativ kann sich das Kind auch 1-2 markante Punkte merken, damit es weiß, wann es klingeln muss.

Beim Aussteigen

  • Auch hier gilt wieder: Schubsen und Drängeln ist gefährlich.
  • Das Kind sollte lernen zu warten, bis der Bus/die Bahn weggefahren ist und erst dann die Straße überqueren. Straßenquerungen direkt vor oder hinter einem an- oder abfahrenden Bus führen leider oft zu Unfällen.
  • Oftmals liegen zwischen Bushaltestelle und Bürgersteig noch Radwege. Beim Aussteigen sollte das Kind daher auch auf eventuelle Radfahrende achten

Los geht's: der erste Schultag

  • Idealerweise ist das Kind den Weg zur Schule schon vorab gefahren. Trotzdem kann es sein, dass es nervös ist. Bringen Sie ihr Kind, sofern es das möchte, zur Haltestelle und warten mit ihm auf den Bus/die Bahn.
  • Informieren Sie sich vorab bei der neuen Schule: Gibt es Buslotsen, Schülerpat:innen oder andere Personen, die den neuen Schülerinnen und Schülern helfen, sich an den Bushaltestellen auf bzw. in der Nähe des Schulgeländes zurecht zu finden?

Regelmäßig informieren 

  • Sind Umleitungen notwendig, weicht der Bus vom Regelweg ab?
  •  Fallen Bahnen oder Busse aus? Welche Alternativen gibt es?

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