Landesverband Rheinland-Pfalz

„Geschenkte“ Zeit für Korrekturen nutzen

Verschiebung der Korridorsanierung Forbach-Saarbrücken-Homburg-Ludwigshafen

Die für 2028 geplante Korridorsanierung Homburg - Ludwigshafen wurde um mindestens 3 Jahre nach hinten auf „nach 2031“ verschoben. Der VCD fordert, die „geschenkten“ drei Jahre planvoll zu nutzen, so dass bei der tatsächlichen Sanierung wesentlich geringere Einschränkungen in Personen- und Güterverkehr vonnöten sind, als bisher geplant.

In den bisherigen Planungen für die Korridorsanierung sind umfangreiche, lange Sperrungen vorgesehen, so u.a. für den Abschnitt Homburg–Ludwigshafen sowie die Hauptbahnhöfe von Neustadt (Weinstr.) und Kaiserslautern. Diese langen Unterbrechungen treffen besonders Schülerinnen und Schüler, Berufspendler:innen und Menschen, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind. Zusätzliche Umstiege und lange Busfahrten erschweren außerdem das Reisen mit Rollstuhl, Rollator, Kinderwagen, Gepäck oder Fahrrad.
“Die aktuell geplante monatelange Vollsperrung der Strecke muss daher unbedingt verworfen werden. Es gilt jetzt, die drei Jahre konsequent zu nutzen und Alternativstrecken zu ertüchtigen sowie die Sicherung der Anschlüsse in die Pfalz zu gewährleisten”, erläutert Ulrich Vogel, stellvertretender Vorsitzender des VCD Rheinland-Pfalz. 

Umleitungsstrecken betriebsbereit herrichten

Die zusätzlichen drei Jahre müssen genutzt werden, um ausgewählte Umleitungsstrecken vor der Sanierung betriebsbereit herzurichten. „Darunter verstehen wir nachgewiesene Kapazitäten, geeignete Fahrzeuge, Personal und eine gesicherte Finanzierung. Außerdem muss die Zellertalbahn von Worms über Monsheim nach Münchweiler (Pfalz) als dauerhaft nutzbares, räumlich nahes und vor allem auch elektrifiziertes regionales Alternativangebot entwickelt werden“, konkretisiert Vogel.
Insbesondere für die Industriebetriebe entlang der Strecke (u.a. Opelwerk Kaiserslautern und Papierfabrik Glatz, Neidenfels) ist die örtliche Bedienung im Güterverkehr während der Sanierungszeit zu sichern, ebenso die Fernverkehrsanbindung der Pfalz. Außerdem müssen die Hauptbahnhöfe Neustadt (Weinstr.) und Kaiserslautern auch während der Zeit der Sanierung angefahren werden können, zumindest für Züge der hier verkehrenden Zubringer- und Nebenlinien (z.B. Neustadt- Landau bzw. Bad Dürkheim oder Kaiserslautern – Bad Kreuznach).

Fahrgast- und unternehmensfreundliche Sanierung

Für den VCD ist klar: die Sanierung ist dringend notwendig, die Strecke muss zuverlässiger und leistungsfähiger werden. Klar ist aber auch: Die Verschiebung um drei Jahre muss zur Vorbereitung einer fahrgast- und unternehmensfreundlichen Sanierung genutzt werden. Dazu haben die BI David (Limburgerhof) sowie der VCD Kreisverband Ludwigshafen und Landesverband Rheinland-Pfalz der Landesregierung und DB InfraGO ein gemeinsames Empfehlungspapier mit zehn Forderungen vorgelegt. Dazu gehören u.a. die ergebnisoffene Überprüfung der Bauweise, die getrennte Planung von Strecke und Knoten, die Vereinbarung eines verlässlichen Grundangebots – auch für die (wenigen) verbliebenen Firmen mit Gleisanschluss – sowie der transparente Vergleich der Folgen für die Region und die verbindliche Finanzierung vor dem Beginn der Bauarbeiten.
Ziel ist eine gründlich erneuerte Bahnstrecke und ein Angebot, das ihre Fahrgäste durch die Bauzeit begleitet und dauerhaft für die Schiene gewinnt.

 

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