Landesverband Rheinland-Pfalz
Wir haben einen Sommer erlebt, dessen Hitze nach Berechnungen des Robert-Koch-Institiuts allein in Deutschland über 14.000 Menschen das Leben gekostet hat, der große Flüsse zu Rinnsale machte und auch in Deutschland Waldbrände ungekannten Ausmaßes mitverursachte. Und wie geht der neue Verkehrsminister darauf ein – er spricht vom Wetter und kündigt Maßnahmen an, die längerfristig die Gefahren noch verschärfen.
Nein, es ist noch nicht die Apokalypse, wie im esoterischen letzten Buch der Bibel geschildert. Obwohl die dort beschworenen Bilder sich fast so anhören,
„[er] goss seine Schale aus über die Sonne, und es wurde der Sonne die Macht gegeben, die Menschen zu peinigen mit ihrer Glut. Und die Menschen wurden mit grosser Hitze geschlagen,
[..] Und der sechste Bote Gottes goss seine Schale über den großen Fluss Eufrat, und sein Wasser versiegte“ Offb. 16 (12)

Nein, noch können wir aktiv sein und verhindern, dass das Klima immer dramatischer ruiniert wird. Sogar der meist dazu schweigende Bundeskanzler Merz konstatierte nach seinem Sommerurlaub: „Das ist Klimawandel“. Darauf, Konsequenzen zu ziehen oder Maßnahmen zu formulieren, um die Klimakatastrophe zumindest zu verlangsamen, verzichtet er aber lieber weiterhin… (die Wirtschaft...)
Ähnlich kurzsichtig verhält sich der neue Bundesverkehrsminister Bilger, was den Verkehrssektor angeht: Er kündigt nicht etwa an, dass er sich gegen die nicht sinkenden CO2-Emissionen des Autoverkehrs engagieren will. Sie machen schon 20% der klimaschädlichen Emissionen in Deutschland aus und erhöhen ihren Anteil an den Gesamtemissionen, weil andere Sektoren bisher erfolgreich in der CO2-Reduktion waren. Für die Klimaauswirkung der dramatisch gesunkenen Flusspegel fällt ihm nur eines ein: „tieferes Ausbaggern der Fahrrinne“. Auch wenn dies kurzfristig mehr Wasser unter die Kiele der Güterschiffe bringt, die dadurch wieder Waren transportieren können: Langfristig wird aber die Abflussgeschwindigkeit des Wassers erhöht und dem ausgetrockneten Boden wird noch mehr Wasser entzogen.
Das schadet der allgemeinen Wasserversorgung, es schadet den Wäldern und allen Grünflächen, es erhöht die Hitze. Und es gräbt buchstäblich auch den Flüssen das Wasser ab, denn die speisen sich primär aus dem in den Böden gepufferten Wasser. In Zukunft wird dies noch mehr als heute auch den Rhein betreffen, dem das sommerliche Gletscherwasser nach dem zu erwartenden Verschwinden der Gletscher fehlen wird.
Wichtiger denn je: ein VCD und andere Umweltverbände, die eine zukunftsweisende, anti-apokalyptische Mobilitäts- und generell Klimaschutzpolitik verfechten und mehr als bisher erfolgreich durchfechten. Die Politik muss sich von der Illusion verabschieden, sie könne und müsse Wirtschaftspolitik unabhängig und gegen die Klimapolitik betreiben.