Landesverband Rheinland-Pfalz,
Pressemitteilung
Landesverband Rheinland-Pfalz
Eine Fahrbahnbreite von mindestens drei Metern, einheitliche weiß-grüne Markierungen und ein sehr guter Straßenbelag, so lauten die zentralen Kriterien für die gut ausgebauten Pendler-Radrouten, die die Landesregierung verspricht. Anlässlich der Europäischen Mobilitätswoche prüft der VCD Rheinland-Pfalz am Mittwoch, 16. September, wie die Realität heute aussieht und startet den Pendler-Radroutencheck am Hauptbahnhof in Bingen am Rhein.
Die Strecke zwischen Bingen, Ingelheim und Mainz ist eine wichtige Verbindung für den täglichen Radverkehr in Rheinhessen und Richtung Wiesbaden. Ende November 2024 wurde der Abschnitt zwischen Bingen und Heidesheim als fertiggestellt eröffnet, der Rest der Strecke sollte „sukzessiv“ folgen. Wir wollen wissen, inwieweit die heutige Situation dem politischen Anspruch einer leistungsfähigen Pendler-Radroute entspricht. In der Europäischen Mobilitätswoche, die Perspektiven für einen zukunftsfähigen Verkehr aufzeigen soll, macht der VCD deshalb den Realitätscheck: Wie gut lässt sich die Strecke zwischen Bingen und Mainz tatsächlich mit dem Fahrrad bewältigen?
Dabei schauen wir genau hin: Wo ist die Route breit genug, sicher und zügig befahrbar? Wo endet ein Radweg plötzlich? Wo liegen gefährliche Querungen? Wo wäre Beleuchtung notwendig, wo ist die Wegweisung unklar, wo sind Kreuzungen weiterhin nur mit Blick auf die Zügigkeit des Autoverkehrs gestaltet? Wie viele Kilometer sind am Ende tatsächlich komfortabel fahrbar?
Allgemein fragen wir uns, wann Pendlerinnen und Pendler endlich eine leistungsfähige Radinfrastruktur bekommen, auf der sie durchgängig auf sicheren, attraktiven und gut zu befahrenden Wegen mit dem Rad zur Arbeit fahren können und fordern einen öffentlich nachvollziehbaren Zeit- und Maßnahmenplan für alle Pendler-Radrouten in Rheinland-Pfalz. Denn auch nach dem Regierungswechsel sollte das Thema weiterhin ganz oben auf der Infrastruktur-Agenda stehen. Die CDU sprach vor den Wahlen dem VCD gegenüber von einem „Aufholprozess beim landesweiten, alltagstauglichen Radverkehrsnetz [und der] Priorisierung von Investitionen in Radwege, insbesondere in Radschnellwege.“ Tatsächlich scheint der Ausbau aber ins Stocken geraten zu sein.