Rheinhessen
Rheinhessen

Dank Anwohnerinitiative: Tempo 30 auf der L 422 in Mainz

- ein langer Weg

Die Lennebergstraße im Mainzer Vorort Gonsenheim, die L 422, ist eine vom Berufsverkehr viel genutzte Einfall- (bzw. Ausfall-) straße, die faktisch ein reines Wohngebiet zerschneidet, aber schon in den 90er Jahren geradezu als „Rennstrecke“ diente. Es schien eher die Ausnahme, dass hier jemand 50 fuhr. Endlich wurde jetzt ein der Umgebung angemesseneres Tempolimit von 30 km/h angeordnet.

VCD-Mitglied Tillmann Krach hatte bereits im Jahr 1992 bei der Stadt plädiert, ob dass auf dem Straßenstück im Wohngebiet Tempo 30 eingerichtet werden solle. 25 Jahre später, im Jahr 2017, gründete sich eine Anwohnerinitiative für „Tempo 30“, die Unterschriften sammelte, Verwaltung sowie Ortsbeirat mit Eingaben und der Teilnahme an den „Einwohnerfragestunden“ gehörig nervte und immerhin 2019 erreichte, dass zwecks Temporeduzierung das „alternierende Parken“ eingeführt wurde. Noch im Oktober 2020 lehnte allerdings die Straßenverkehrsbehörde Tempo 30 unter Hinweis auf fehlende rechtliche Voraussetzungen ab. 

2025: Neue Chance dank geänderter StVO

Die Anwohnerschaft aber blieb am Ball. Anfang 2025 gab es dank geänderter StVO und entsprechend angepasster Verwaltungsvorschriften eine neue Chance: Wiederum wurde dem Ortsbeirat, auf dessen Unterstützung man nach wie vor hoffte, eine „Petition“ mit 70 Unterschriften präsentiert, die fast ausschließlich von Anwohner:innen stammten. Erneut fand eine Ortsbegehung mit Vertretern des Ortsbeirats und der Verwaltung statt, bei der auf die Problematik aufmerksam gemacht wurde. Dank der neuen StVO-Regelungen - Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit an Fußgängerüberwegen und hochfrequentierten Schulwegen - wurde der Ortsbeirat zu einer entsprechenden Beschlussfassung bewegt. 

 

Erfolg nach 34 Jahren

Und dann dauerte es tatsächlich nur ein knappes halbes Jahr bis zur Umsetzung. Acht Schilder weisen jetzt die Autofahrenden auf die neue Höchstgeschwindigkeit hin, kontrolliert werden soll auch. Für den enormen Gewinn an Sicherheit und Wohnqualität aller Anwohnenden dauert die Autofahrt auf der Strecke von ca. 700 m lediglich wenige Sekunden länger als vorher. Zusammen mit dem vor wenigen Jahren neu gewählten Ortsvorsteher Josef Aaron konnte die Initiative das Ergebnis ihrer Anstrengungen feiern. Für Tillmann Krach war es ein Erfolg nach 34 Jahren.

Krach betont dabei: „Ohne das ständige Insistieren der Betroffenen wäre dieses Ziel nicht – oder jedenfalls nichts so bald – erreicht worden.“ Es sei wichtig, immer gut informiert und im Ton konstruktiv und sachlich zu bleiben. „Wutbürgertum“ sei wenig hilfreich. „Natürlich gibt es immer „Unbelehrbare“, aber hartnäckige Überzeugungsarbeit kann durchaus Früchte tragen.“

(TK)

zurück