Bahn & Bus,
Verkehrspolitik
Mittelrhein
Der VCD sieht den Nahverkehrsplan als grundlegendes Mittel, die Weiterentwicklung des öffentlichen Verkehrs zu steuern und gezielt politisch vorzubereiten und praktisch umzusetzen. Die verstopften Koblenzer Straßen, die erhöhten Abgas- und Schadstoffwerte zeigen, dass dem ÖPNV eine höhere Priorität eingeräumt werden muss. Das erwarten wir vom NVP.
An die Stadt Koblenz
Z.Hd. Herrn Burkhard Dörr
Planungsamt 61
Per Mail <link>burkhard.doerr@stadt.koblenz.de
Anregung des VCD Kreisverband Mittelrhein innerhalb des Beteiligungs-verfahrens Fotschreibung des NVP Koblenz
Sehr geehrter Herr Dörr,
der VCD sieht den Nahverkehrsplan als grundlegendes Mittel, die Weiterentwicklung des öffentlichen Verkehrs zu steuern und gezielt politisch vorzubereiten und praktisch umzusetzen. Die verstopften Koblenzer Straßen, die erhöhten Abgas- und Schadstoffwerte zeigen, dass dem ÖPNV eine höhere Priorität eingeräumt werden muss. Das erwarten wir vom NVP. Auch wenn auf fehlende Finanzmittel oder techische Schwierigkeiten (erst kürzlich neu vergebenen Konzessionen) verwiesen wird, so sei doch daran erinnert, dass durch geschickte Umverteilung der MIV für die Finanzierung des ÖPNV mit herangezogen werden kann und mehr Fahrgäste auch mehr Einnahmen bedeuten werden.
Besonders deutlich möchten wir darauf hinweisen, dass die Stadt Koblenz ja Mehrheitseigentümerin der EVM ist und in dieser Funktion die Möglichkeiten, ja sogar Pflicht hat, Ziele und Maßnahmen hin zu einem attraktiveren Verkehrsangebot, notfalls auch durch Aktualisierung der Linienkonzessionen, umzusetzen. Der VCD fordert von der Stadt einen angebotsorientierten ÖPNV, der sich zum Ziel setzt, mehr Fahrgäste zu generieren, und eine attraktive Alternative für alle Altersgruppen und Tageszeiten bieten kann.
Im Einzelnen regen wir an, folgende Maßnahmen umzusetzen:
1) Die Seilbahn sollte voll in den VRM integriert werden und hinsichtlich der Betriebszeiten auch für Berufspendler attraktiv gestaltet werden.
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3) Es sollte eine attraktive rechtsrheinische Busverbindung zwischen Lahnstein und Vallendar über Horchheim und Ehrenbreitstein eingerichtet werden, um der Verkehrsnachfrage rein rechtsrheinisch entgegen zu kommen.
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6) Alle Fähren in Koblenz gehören in den VRM-Verbund. Die Bedienungszeiten sollten derart ausgedehnt werden, dass sie nicht nur von Touristen, sondern auch von Pendlern genutzt werden können.
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8) Busneuanschaffungen müssen mit Klimaanlage ausgestattet sein. Diese müssen eine Businnentemperatur von nicht größer als 26 Grad gewährleisten und mit einem klimafreundlichen Kältemittel betrieben werden (z.B. R744).
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10) Hinsichtlich der Anforderungen an die einzusetzenden Busse soll formuliert werden, dass alle neuen Busse mit klimafreundlicherem Antrieb (z.B. Hybrid) gefahren werden müssen, um die Klima-beeinträchtigung und die Belastung der Menschen hinsichtlich Feinstaub und NOx zu verringern.
11) Mehr Menschen sollen von den Vorteilen des ÖPNV erfahren und diesen dann nutzen. Die Stadt Koblenz möge die Koblenzer Unternehmen intensiv über Angebote und Tarife informieren, z.B. über das Jobticket und die Carsharing-Kooperation, und eine Mobilitätszentrale einrichten, in der alle Angebote und Nachfragen zusammenlaufen. Bislang herrscht hier das Prinzip der verteilten Intelligenz.
12) Halbstundentakt bis Mitternacht sollte die Regel sein, der verlorengegangene Takt auf der Achse Ko -Lahnstein - Braubach (570 etc.) sollte rückgängig gemacht werden.
13) Das Nachtbusangebot sollte ausgeweitet werden
14) Die 460 / 116 sollte attraktiv an den ICE-Verkehr in Montabaur angeschlossen werden. Es kann nicht sein, dass die Züge im Knoten 0:00 fahren und die Busse im Knoten 0:30 Uhr!
15) Die Information der Bürger über das ÖPNV-Angebot muss als grundlegende Pflicht der Stadt verstanden werden. Hier können eine Mobilitätszentrale, Rundschreiben, stetige Veröffentlichungen mit Angeboten, Kombitickets etc. und vor allem Mobilcard helfen.
16) Ein DFI (Dynamisches Fahrgastinformationssystem) sollte flächendeckend und zeitnah eingerichtet werden.
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19) Beschleunigung des Busverkehres sollte fortgeführt werden. Vor allem sollen die Busse möglichst nicht durch Fahrkartenverkauf gebremst werden.
20) Alternative Bedienformen (AST, ALT etc) sollen nach Möglichkeit zugunsten eines regelmäßigen und verlässlichen Busangebotes vermieden werden.
21) Förderung der Nutzung des ÖPNV bei Dienstfahrten innerhalb der Stadtverwaltung und Schaffen von Angeboten für die Koblenzer Unternehmen (Jobticket o.ä.)22) Ausbau von Bike+Ride -Stationen zur Verbesserung der Intermodalität
23) Verbesserung des Carsharing-Angebots als ideale Ergänzung zum ÖPNV. Alle zentralen Bus/Bahnstationen sollten auch über Carsharing-Parkplätze verfügen, ebenso wie die Höhenstadtteile
24) Bessere Vernetzung der einzelnen öffentlichen Verkehrsmittel, u.a. Bahnstation Koblenz Stadtmitte mit dem Löhrcenter Busbahnhof oder Buslinie 1 mit der Seilbahn und der Fähre, Beschilderung der Umsteigebeziehungen.
25) Führung der Linie 1 zurück an die Rheinuferpromenade mit direktem Anschluss an die Seilbahn und der Fähre.
26) Bau eines barrierefreien Ausgangs am Hbf, Ausgang West
27) HP Mitte: Barrierefreier Zugang aus Richtung der Altstadt. Bau der Brücke Fichelstraße wie ursprünglich geplant
28) Bau weiterer Bahnstationen zur Umsetzung eins Regio-/S-Bahnverkehres mit innerstädtischen Bahnverbindungen: Goldgrube/Rauental/Verwaltungszentrum, Industriegebiet, Oberwerth, Stolzenfels, Pfaffendorf.
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30) Führung aller Linien über den Zentralplatz, zumindest So und abends im Rendezvous
31) bessere Fahrplanabstimmung mit Zügen in den Nachtstunden
32) Verdichtung und besserer Verknüpfung der Fahrten in den Abend- und Nachtstunden
33) Verbesserung der Fahrgastinfo bei Fernbussen (v.a. bei den Osteuropa-Linien) und Bündelung am ZOB Hbf
34) Verdichtung und touristische Aufwertung der Linie 1, Verbesserung des Angebots und Bewerbung eines alltäglichen P+R auf dem Sportpark Oberwerth.
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36) Bereitstellung von größeren Mehrzweckflächen für Fahrräder, Rollstühle und Kinderwagen. Für den Transport der Fahrräder zu den Höhenstadtteilen sollen spezielle Busse ggf. mit weniger Haltestellen für die Benutzung mit Fahrrädern erprobt werden.
37) Wiederinbetriebnahme der Rheinfähre Stolzenfels inkl. VRM-Tarif
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39) Integration der Linienschifffahrt in die DFI- und Auskunftssysteme
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VCD KV Mittelrhein
Kornpfortstr. 15
56068 Koblenz
<link>mittelrhein@vcd.org
gez. Dr. Rolf Bartholomae (Vorsitzender)