Ludwigshafen-Vorderpfalz
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Ludwigshafen tritt beim Fahrradklima auf der Stelle

• Für den VCD sind die Bemühungen der Stadt seit 2018 nicht ausreichend

• Öffnung weiterer Einbahnstraßen Schritt in die richtige Richtung

• VCD fordert Verbesserungen bei den schlecht bewerteten Radwegen

Mit Spannung erwarteten die Teilnehmer des Mobilitätsstammtischs des VCD Ludwigshafen die Ergebnisse des ADFC-Fahrradklimatests 2020. An den Treffen des Stammtischs nehmen neben Mitgliedern des VCD auch ADFC-Mitglieder und viele nicht in Vereinen organisierte Fahrradbegeisterte teil. Das letzte Treffen fand am 18. März online statt.

Für Ludwigshafen sieht der VCD bezüglich der Ergebnisse des Fahrradklimatests 2020 keine Überraschungen. Die Bewertung durch die 426 Testteilnehmer hat sich im Vergleich zu 2018 nur minimal verbessert und liegt bei 4,18 auf einer zugrunde gelegten Schulnotenskala.

„Die Ergebnisse des Fahrradklimatests spiegeln die Diskussionen und die Kritik der Teilnehmer des Mobilitätsstammtischs in der Vergangenheit gut wieder“, fasst der VCD Vorsitzende Helmut Buchholz das Ergebnis zusammen.

Seit Jahren ist die Öffnung von Einbahnstraßen genauso Thema wie die teilweise sehr schlechten Radwege, die zudem oft zugeparkt sind. Und immer wieder wird von den Stammtischteilnehmern kritisiert, dass die Stadt Radwege zu selten auf parkende Autos kontrolliert, berichtet er.

Gerade parkende Autos auf Radwegen sind beim ADFC-Test mit der Note 5,3 sehr schlecht bewertet. Gut dagegen (2,6) schneidet das Fahrradmietsystem VRNnextbike ab. Die abgefragten Punkte „Erreichbarkeit des Stadtzentrums“ per Rad und „Radfahren durch Alt und Jung“ erreichen noch ein befriedigend, danach geht es bei den Bewertungen rasant auf die Note ausreichend zu. Ganz schlecht schneiden die Punkte Ampelschaltungen für Radfahrer und Führung an Baustellen ab. Insgesamt bleibt noch viel Luft nach oben, kommentiert der VCD. Vorsichtig optimistisch stimmen die Stammtischteilnehmer die gerade erst begonnene Öffnung weiterer Einbahnstraßen und der Ausbau des Mietfahrradsystems. „Aber damit kann die Stadt für die nächste Befragung nicht mehr viele zusätzliche Punkte sammeln“, meint VCD-Vorstand Dieter Netter. „Die Stadt muss endlich die am stärksten benutzen Radwege in einen ordentlichen Zustand bringen, Fahrradstraßen ausweisen und vor allem Radwege auf Falschparker kontrollieren“, erklärt er und bringt die Hoffnung zum Ausdruck, dass vom derzeit im Aufbau befindlichen umweltsensitiven Verkehrsmanagement auch die Ampeln für Radfahrer besser geschaltet werden können.

Daneben bleibt nach Meinung des VCD Ludwigshafen auch bei anderen Themen noch viel zu tun, um bei der nächsten Umfrage besser zu werden. Da reicht es nicht, dass man bei den Städten zwischen 100.000 und 200.00 Einwohnern den besten Rang in Rheinland-Pfalz erreicht hat, vor Trier und Koblenz. Eine Größenklasse höher ist Mainz, das mit 3,96 etwas besser abschneidet als Ludwigshafen, aber schlechter als die Schwesterstadt Mannheim mit 3,9. In der Nachbarschaft ist Speyer mit 3,78 ein gutes Stück besser, Neustadt, Worms und Kaiserslautern sind vergleichbar mittelmäßig bewertet wie Ludwigshafen. Hoffnung mit einer Note 3,53 macht der dritte Rang Heidelbergs in der Größenklasse, in der Ludwigshafen den Rang 26 von 41 belegt. In Heidelberg wirkte der neue Verkehrsdezernent Alexander Thewalt von 2007 bis 2020, wenngleich mit einer anderen politischen Konstellation als in Ludwigshafen.

Die Empfehlung des Mobilitätsstammtischs des VCD ist deswegen klar. Die Stadt müsse größere Anstrengungen unternehmen, um das Radfahren zu fördern und attraktiver zu machen.

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