Pressemitteilung
Landesverband Rheinland-Pfalz
Das Organisationsbündnis für die Fahrraddemo zieht eine positive Bilanz: Ca. 90 Personen haben sich beteiligt und bessere Rad- und Fußwege eingefordert.
Ein breites Bündnis lokaler Akteure, darunter die Verkehrsverbände VCD (Verkehrsclub Deutschland) und ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub), Fridays, Scientists und Churches for Future sowie Alltagsradelnde aus Münster-Sarmsheim, lud am Samstag, 27. September 2025 zu einer Fahrraddemonstration durch Bingen und Münster-Sarmsheim ein.
Die etwa 90 Radfahrenden, die dem Aufruf zur Demo gefolgt waren, forderten gemeinsam mit den Organisatoren attraktive und vor allem sichere Rad- und Fußwege in der Stadt, zwischen den Stadtteilen und Nachbarorten im Landkreis Mainz-Bingen sowie zu Einrichtungen wie Schulen, Sport- und Einkaufszentren. Nur so könne das Radfahren und Zufußgehen für weite Bevölkerungsgruppen eine echte Alternative zum Autofahren im Alltag werden. Der Bürgermeister der Stadt Bingen, Ulrich Mönch, begrüßte die Teilnehmenden bei der Auftaktkundgebung auf dem Bürgermeister-Neff-Platz in Bingen und zeigte Verständnis für die Forderungen. Er wies darauf hin, dass einige Maßnahmen beschlossen seien, wie das Tempolimit auf der B48 zwischen Bingerbrück und Münster-Sarmsheim sowie Verbesserungen auf der K9 zwischen Büdesheim und Münster-Sarmsheim. Aus Sicht der Demonstrierenden kann das jedoch nur der Anfang sein, um für mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden zu sorgen.
Während der Bürgermeister meinte, der Radverkehr würde bei aktuellen Bauvorhaben durchaus berücksichtigt, beurteilt das Organisationsbündnis dies anders. Davon könne erst die Rede sein, wenn auch ein Schulkind in der Lage sei, alltägliche Wege selbständig und sicher zurückzulegen. Die Organisatoren kritisierten, der Rad- und Fußverkehr finde auch bei aktuellen Verkehrsplanungen wie dem Ausbau der B9 in Bingerbrück zu wenig Berücksichtigung.
Stefan Lemke von den Fridays for Future und Esther Brendel von den Scientists for Future hoben die Dringlichkeit konsequenten Klimaschutzes hervor. Die Klimakrise mache kein Halt vor anderen Krisen und Geldmangel, weshalb auch der Verkehr endlich seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten müsse. Momentan erfordere das Radfahren und Zufußgehen teilweise großen Mut und Leidensfähigkeit, gab Claudia Kunz vom VCD Rheinhessen zu bedenken. Silke Heimer aus Münster-Sarmsheim schilderte eindrücklich ihre zum Teil lebensgefährlichen Erfahrungen auf den Ortsverbindungen nach Bingen. „Radfahren und Zufußgehen müssen endlich sicher und attraktiv werden, damit es für jeden möglich und leicht wird, umweltfreundlich unterwegs zu sein“, sagte Georg Leufen-Verkoyen von den Alltagsradelnden aus Münster-Sarmsheim. Vor diesem Hintergrund forderte Rolf Pinckert vom ADFC Mainz-Bingen den Landkreis Mainz-Bingen und die Stadt Bingen auf, ihre Mobilitätskonzepte aus dem Jahr 2017 endlich umzusetzen und z.B. auf wichtigen Verbindungen identifizierte Radweglücken zügig zu schließen.
Wir brauchen ausreichend breite und barrierefreie Fuß- und Radwege, damit Menschen aller Altersgruppen auch ohne Auto mobil sein können, egal ob mit Rollator, Kinderwagen, Dreirad oder Lastenrad. Dort, wo kein Platz für separate Radwege besteht, müssen Verkehrsregelungen getroffen werden, die das Radfahren auch im Mischverkehr sicher machen, so das Fazit der Organisatoren.