Landesverband Rheinland-Pfalz, Pressemitteilung
Landesverband Rheinland-Pfalz

Mittelrheinbrücke: Ein Ministerium im Spagat

Pressekommentar

Das rheinland-pfälzische Wirtschaftssuperministerium ist für Verkehr und ebenso für Tourismus sowie Weinbau zuständig. Ministerin Daniela Schmitt scheint Autoverkehr als Schwerpunkt ihres Ministerium anzusehen. Denn diesem allein würde die neuerlich ins Spiel gebrachte Mittelrheinbrücke dienen.

Ende Oktober gab die Ministerin bekannt, dass das Land Rheinland-Pfalz bis zu 90 Prozent der Baukosten übernehmen würde. Grund zur Euphorie für alle Brückenbefürworter. Doch der Bau der Mittelrheinbrücke wäre tourismusabträglich, widrig fürs Weinerleben und unverträglich mit dem zukunftsträchtigen Alltags- und Touristikradverkehr. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD), der alle Verkehrsarten im Blick hat, erklärt: „Eine Mittelrheinbrücke verknüpft die beiden Rheinseiten an einem günstigen Punkt für den Autoverkehr und unterdrückt die anderen vielfältigen und historischen Verbindungen.“

Denn, so führt Rupert Röder für den VCD aus: „Traditionell gewachsen und auch touristisch hochattraktiv sind die Fährverbindungen, die an den größeren Orten des Mittelrheins angeboten werden.“ Sie seien im Gegensatz zu einer einzigen Brückenverbindung im Alltags- und Touristikverkehr überall mit dem Rad gut erreichbar, aber werden unrentabel, wenn nach Brückenerrichtung die Kraftfahrzeuge sie nicht mehr nutzen. Die enormen Mittel, die in einen Brückenschlag fließen würden, könnten den Erhalt der Fähren und ihre Integration in den ÖPNV auch im Abendverkehr für Jahrzehnte sichern. Röder appelliert an die Ministerin: „Beachten Sie die Spannweite der Aufgaben Ihres Ministeriums, opfen Sie nicht den auch touristisch bedeutsamen Rad- und Fußverkehr den Wünschen nach geringen Fahrzeitverkürzungen für den Autoverkehr!“

 

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