Landesverband Rheinland-Pfalz, Tourismus
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Buga29: Staatssekretär Becht erkennt "wirkliche Probleme"

In guter Tradition war der VCD auch dieses Jahr zu einem Austausch ins Landesverkehrsministerium geladen. Das Gespräch drehte sich diesmal vor allem um die Radinfrastruktur am Oberen Mittelrhein, im Hinblick auf die Rheintouristik im Allgemeinen und die geplante Bundesgartenschau (BUGA) im Besonderen.

Die BUGA soll im Jahr 2029 verteilt an den Orten des Oberen Mittelrheins stattfinden.

Radfahren am Mittelrhein: stressig und wenig attraktiv

Das Ziel des VCD war, bei der obersten Verkehrsbehörde des Landes nochmal intensiv einzubringen, dass die Radverkehrsinfrastruktur am Oberen Mittelrhein für die BUGA 29 massiv ertüchtigt werden muss. Die Schau soll einen speziellen Reiz und ihre touristische Wirkung daraus ziehen, dass sie nicht an einem einzelnen Ort stattfindet, sondern über die Kette der Rheinorte verteilte Attraktionen bietet. Die vielen tausend Touristinnen und Touristen, die in Spitzenzeiten erwartet werden, sollen sich, gerne auch mit Zwischenübernachtungen, von einem Ort zum anderen bewegen. Für ein Mobilitätskonzept genügt daher nicht wie klassisch bei den Bundesgartenschauen, ein Anfahrtskonzept zu einer einzelnen Lokation zu entwickeln. Vielmehr sind ansprechende, den besonderen Reiz der Landschaft erschließende, umwelt- und tourismusverträgliche Bewegungsmöglichkeiten von einem Ort zum nächsten zu schaffen.

Das Rheintal ist im Prinzip gut durch die beidseitigen Rheinstrecken der Bahn mit Bahnverbindungen und Halten an jedem Ort versorgt. Der VCD hat dem dafür zuständigen Mobilitätsministerium des Landes („MKUEM“) vorgetragen, dass die ÖPNV-Aufgabenträger das Zug- und Busangebot so verbessern müssen, dass die im Sommer bereits durch die „normale“ Touristik völlig überlasteten Verbindungen zusätzliche Menschenströme aufnehmen können. Die Antwort des MKUEM lautete, es seien entsprechende Maßnahmen in Vorbereitung. Wir sind gespannt…

Becht erkennt “wirkliche Probleme”

Im BUGA-Konzept wird aber auch ausdrücklich dafür geworben, dass man sich von einer Lokation zur nächsten per Rad, gerne auch als Familie, bewegen könne. Dies, so trug der VCD im Gespräch im MWVLW vor, sei jedoch auf der gegenwärtigen Radinfrastruktur über weite Strecken in keiner Weise attraktiv, vielmehr aufgrund der Enge der Wege und zusätzlich der oft dichten Führung neben der B9 stressig und auf einer Länge von etlichen Kilometern sogar gefährlich. Der Weg entspreche praktisch nirgends den Richtlinien für Radfahranlagen (bzw. dem Regelwerk der ERA). Erst recht würden nicht die Kriterien erfüllt, die das Land zum Beispiel für Pendlerradrouten anlegt, obwohl diese in der Regel eine viel geringere Nutzungsfrequenz aufweisen als der Rheinradweg mit den für die BUGA angestrebten Besucherzahlen. „Wer sich im Vertrauen auf die BUGA-Einladung auf das Radeln am Rhein einlässt, dem wird der Tag in so schlechter Erinnerung bleiben, dass er/sie dauerhaft für die Rheintouristik verloren ist“, befürchtet der VCD.

Die Impressionen von einer Testbefahrung, die eine achtköpfige VCD-Gruppe im vergangenen Sommer durchführte, begleitet von einem Fernsehteam des SWR, machten auch Andy Becht nachdenklich. Der Staatssekretär legte Wert darauf, dass er den Beobachtungen nicht mit Sätzen aus den Textversatzstücken der Politik abweisen will. Er nehme wahr, dass es wirklich Probleme gibt.

Verpasste Chancen

Der Zustand sei nicht optimal, obwohl man auf die durchaus umfangreichen Aufwendungen des Landes für die Radinfrastruktur verweisen könne. In den Dienststellen des Landesbetriebs Mobilität (LBM) arbeiteten jetzt die Radverkehrsteams intensiv an der Planung und Erstellung von Radwegen, besonders zu nennen die Vorzeigeprojekte der Pendlerradrouten.

Aber auf beiden Flussseiten am Oberen Mittelrhein mit ihren schwierigen räumlichen Verhältnissen mit Fluss, Bahnlinie, Straße und oft gleich dahinter den Hängen des Mittelgebirges lasse sich die wünschenswerte Verbesserung der Situation für den Radverkehr nicht leicht erreichen. Insbesondere im jetzt nur noch kurzen Zeitraum bis zur BUGA-Eröffnung könnten die erforderlichen umfangreichen Planungs- und Entwicklungsschritte für eine ertüchtige Radinfrastruktur nicht mehr angegangen werden.

Die Probleme des Mobilitätskonzepts der BUGA müssten im Rahmen der konkreten BUGA-Planung auf den Tisch kommen. Es sei Sache der Organisation der BUGA-Durchführung bzw.des Veranstalters, bei dem Verkehrskonzept den Belangen des Radverkehrs Rechnung zu trage.Das Ministerium werde das für die BUGA federführende Innenministerium bitten, dem Wunsch des VCD seine Gedanken vorzutragen zu dürfen, nachzukommen.

(RR /CB)

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