Landesverband Rheinland-Pfalz
Der Frühling ist da, die Sonne kommt raus, und damit beginnt die schönste Zeit, aufs Fahrrad zu steigen. Denn Radfahren im Alltag macht Spaß und bedeutet Unabhängigkeit. Keine Wartezeiten an der Haltestelle, keine Parkplatzsuche, kein Fahrtkosten-Stress, sondern aufsteigen und losfahren. Die folgenden Tipps helfen, wenn man das Fahrrad für sich wiederentdecken möchte oder bisher vielleicht noch gar kein eigenes Fahrrad hatte.
Das Gute ist: Die Basis-Ausstattung muss kein Vermögen kosten. Vieles bekommt man gebraucht oder im Angebot und kleine Dienstleistungen sogar kostenlos bei Checks von Vereinen, Projekten oder Aktionstagen.
Wichtig ist: Perfekt muss nichts sein. Es reicht, mit einem verkehrssicheren Rad zu starten und Schritt für Schritt das zu ergänzen, was wirklich hilft.
Ein paar Dinge machen das Rad sicher und sind auch gesetzlich vorgeschrieben. Doch das ist kein Hexenwerk – denn vieles davon befindet sich vielleicht schon auf dem Fahrrad oder lässt sich günstig nachrüsten.
a) Beleuchtung – sehen und gesehen werden
Licht ist Pflicht, sobald es dämmert oder das Wetter trüb wird. Das klingt streng, ist aber sinnvoll. Denn mit gutem Licht fährt es sich viel entspannter. Wichtig ist vor allem:
Ein Licht muss nicht teuer sein. Diese Möglichkeiten gibt es:
b) Schloss – damit das Rad da bleibt, wo es abgestellt wurde
Ein gutes Schloss gehört dazu. Faustregel: Etwa 10 Prozent des Fahrradwertes sollte man in ein Schloss investieren.
Tipp: Am besten immer den Rahmen an einem festen Gegenstand anschließen, nicht nur das Vorderrad.
c) Bremsen, Reifen und Klingel – der kostenlose Frühjahrs-Check
Viele Probleme lassen sich mit wenig Kosten lösen:
Tipp!
In vielen Städten werden zum Start der Saison kostenlose oder günstige „Frühjahrs-Checks“ angeboten, z.B durch solidarische Fahrradläden oder, wie in Mainz, gemeinnützige oder politisch aktive Ortsgruppen. In Selbsthilfe-Werkstätten kann man mit Unterstützung selbst Hand anlegen und gleich etwas dabei lernen – oft gegen eine kleine Spende.
Wenn das Pflichtprogramm steht, lohnt sich ein Blick auf das, was persönlich erwünscht und machbar ist. Hier kommt es auf die eigene Lebenssituation an: Kinder, Einkäufe, Arbeitsweg.
a) Gepäck transportieren: Korb, Tasche & Co.
Einkäufe im Rucksack sind möglich – aber mit Gepäckträger und Korb sind die Hände und der Rücken frei. Praktische Lösungen:
Tipp!
Second-Hand-Läden, Online-Kleinanzeigen, Tauschbörsen im Quartier oder Sozialkaufhäuser sind oft die günstigere Wahl als teure Neuware im Fachhandel.
b) Wetterfest: Schutzbleche & Regenponcho
Wer auch bei schlechtem Wetter mit dem Fahrrad mobil sein will, braucht kein Profi-Equipment:
Tipp!
Es lohnt sich, bei Freunden oder Verwandten nachzufragen. Viele haben Regenkleidung, die sie gar nicht nutzen.
c) Fahrradhelm
Ein Helm ist keine Pflicht, kann den Kopf aber bei einem Sturz schützen. Wichtig ist, dass der Helm gut sitzt, die Prüfsiegel enthält (DIN EN 1078 für Erwachsenenhelme / DIN EN 1080 für Kinderhelme) und er sollte nicht gebraucht gekauft werden, da man nie weiß, ob er noch intakt ist. Denn nach einem Sturz mit Aufprall oder wenn der Helm auf den Boden gefallen ist, muss er ersetzt werden.
d) Kleine Helfer für längere Strecken
Wenn man längere Wege fährt oder pendelt, können kleine Extras sehr praktisch sein:
Viele Hersteller wollen unglaublich viel Zubehör rund ums Rad verkaufen. Das meiste braucht man im Alltag jedoch gar nicht:
Tipp!
Wenn das Budget knapp ist, gilt: Erst in Sicherheit und Funktion investieren (Licht, Bremsen, Schloss), dann in das, was im Alltag hilft. Alles andere kann warten.
Lust, das Rad fit zu machen, aber keine Ahnung, wo anfangen? Vielleicht gibt es in der Nähe einen Aktionstag, eine Selbsthilfewerkstatt oder einen kostenlosen Frühjahrs-Check gibt – oft ist der erste Schritt leichter als gedacht.
Dieser Artikel ist im Rahmen des VCD-Projekts „Mit:Rad – Auf zwei Rädern zu mehr Teilhabe und Selbstständigkeit“ entstanden, das vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans gefördert wird.
(Autorinnen: Alina Gollia und Kim Villinger)