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Landesverband Rheinland-Pfalz
VCD Rheinland-Pfalz widerlegt Argumente der Brückenbefürworter im Vorfeld der Pro-Brücken-Demonstration.
Der VCD Rheinland-Pfalz lehnt den Bau einer zweiten Rheinbrücke zwischen Karlsruhe und Wörth weiterhin entschieden ab. Im Vorfeld der für Sonntag geplanten Pro-Brücken-Demonstration, für die eine vierstündige Sperrung Richtung Karlsruhe genehmigt wurde, äußert sich der stellvertretende Vorsitzende des VCD Rheinland-Pfalz, Klaus Buggisch: „Wir betrachten diese Sperrung als letztes Aufbäumen. Es wird unverblümt versucht, die Menschen in Wörth durch künstlich erzeugten Stau anzuheizen."
Worauf der VCD bereits wiederholt hinwies und was mittlerweile auch der Bundesrechnungshof erklärte, liegt die Ursache des zähfließenden Verkehrs nicht an der Brücke, sondern an der deutlich dahinter liegenden Engstelle auf der badischen Seite, wo sich jene Straßenseite auf zwei Fahrbahnen verengt. Diese Engstelle namens „Knielinger Pförtner“ wurde damals bewusst eingebaut, um einen eventuellen Zusammenbruch der Südtangente zu vermeiden. Da die geplante neue Rheinbrücke auf denselben Engpass zuliefe, würden sich durch die Zusammenführung die Risiken für Stau und Unfälle sogar erhöhen. Der VCD stellt darüber hinaus klar, dass entgegen den Behauptungen von Brückenbefürwortern kein Ausbau der Straße im Norden bis zur B36 vorgesehen ist. „Gerede um eine angebliche Verlängerung zur Entschärfung der Verkehrssituation geht also an den harten Fakten vorbei“, so Dr. Helga Schmadel, Vorsitzende des VCD Rheinland-Pfalz.
Auch die Sorge der kompletten Brückensperrung – bspw. durch Rammen eines Brückenpfeilers durch ein Schiff - kann widerlegt werden. Zum Einen ist die Straßenbrücke durch die Eisenbahnbrücke vor flussabwärts fahrenden Schiffen geschützt. Flussaufwärts fahrende Schiffe fahren zu langsam, um der Brückenstabilität etwas anhaben zu können. Außerdem hat eine Gruppe von Verkehrs- und Umweltverbänden einschließlich VCD die Ersatzbrücke als Alternative anstelle einer weiteren Straßenbrücke entworfen. Diese neue und bessere Brücke könnte man zwischen den beiden jetzigen Brücken bauen und dann die alte durch Verschiebung der neuen ersetzen.
Klaus Buggisch weist zudem auf einen pikanten Zusammenhang hin: Die Daimler AG plant einen neuen, zusätzlichen Haupteingang auf der Nordseite. Die geplante westliche Zufahrt zur neuen Rheinbrücke verläuft auffallend nah an diesem Punkt vorbei. Das würde Daimler erhebliche Baukosten sparen. Gleichzeitig spendeten sie allein in diesem Jahr je 100.000€ an CDU und SPD. Ohne böse Absichten zu unterstellen bleibt es doch fraglich, ob ein Parteimitglied sich querstellen kann, wenn ein solch spendabler Autokonzern bei einem Treffen freundlich erklärt, dass die neue Brücke Wirtschaft und Arbeitsplätze fördert.
Rückfragen und Interview-Wünsche
Klaus Buggisch, stellvertr. Vorsitzender VCD Rheinland-Pfalz • 07273 1564 • rlp@vcd.org
Dr. Helga Schmadel, Vorsitzende VCD Rheinland-Pfalz • 06133-4431 • rheinhessen@vcd.org