Rheinland-Pfalz

Landesverband Rheinland-Pfalz

Zwischenruf: Freiheitsenergien und Freiheitsverzehrer

Die erneuerbaren Energien sind Freiheitsenergien, sagte kürzlich Bundesfinanzminister Christian Lindner. Sie können die Freiheit gegenüber den Despoten sichern, die Staaten mit Krieg überziehen, um sie zu unterjochen. Jenen Despoten, die wir finanzieren, indem wir ihnen das Gas, das Öl, die Kohle für viel Geld abkaufen, um eine Versorgung von Haushalten und Gewerbe mit den fossilen, nicht erneuerbaren Energien zu erreichen.

Das ist zutreffend. Nur fortgesetzt hat Herr Lindner und seine Partei diesen Gedankengang bislang noch nicht.

Wenn wir Gas, Öl, Kohle verbrennen, zehren wir an unserer Handlungsfähigkeit und tragen wir mit jedem Kubikmeter Gas, jedem Barrel Öl, jeder Tonne Kohle dazu bei, dass die Gewaltmaschinerie gegen andere Staaten in ihrem mörderischen Lauf unterstützt wird. Die Freiheit stirbt literweise

Ein kompletter Boykott der Energieträger aus Russland wäre angesagt. Alles ist menschenwürdiger, und alles ist sogar wirtschaftlicher, als die Fortsetzung des Krieges mit unendlichem Leid und gigantischer Zerstörung.

Aber wenn aus unerfindlichen Gründen dies schon nicht nachvollzogen wird, dann bitte einfache Maßnahmen umsetzen!

Es ist Physik: Der Energieaufwand pro Meter Fahrt steigt quadratisch mit der Geschwindigkeit. Es ist daher pure Freiheitsverzehrung, wenn weiter das Tempolimit verhindert wird. Die Einführung eines Tempolimits von 100 km/h auf Autobahnen würde den Kraftstoffbedarf um 2 Millionen Tonnen pro Jahr senken (davon 1,2 Mio. t Diesel und 0,8 Mio. t Benzin). Die Einsparung entspricht einem Anteil am Benzin- und Dieselabsatz in Deutschland von 3,8% und einem Anteil an den Mineralölimporten von 2,1%.  Die CO2-Emissionen des Pkw-Verkehrs würden dabei um ca. 6,2 Mio. Tonnen sinken. Das entspricht den derzeitigen Pro-Kopf-CO2-Emissionen von ca. 800000 Einwohnern.[1]

Leider verweigern sich die Freiheitsvertreter in der Bundesregierung diesem Wissen. Und verhindern bereits das von Grünen, SPD und übrigens inzwischen auch von der Mehrheit der Bevölkerung befürwortete Tempolimit (von 120 -130 km/h auf Autobahnen, immerhin mit ca. dem halben Effekt von 100 km/h).

Die "freie Fahrt für freie Bürger"  - wie das historische Schlagwort der Kampagne lautete, mit der schon vor Jahrzehnte ein Tempolimit verhindert wurde -  gibt Putin weiter viel zu viel Mittel für die freie Fahrt seiner Kriegskolonnen.

 


[1]

www.greenpeace.de/publikationen/20220309-greenpeace-massnahmen-kein-oel-fuer-krieg.pdf

www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/tempolimit-auf-autobahnen-mindert-co2-emissionen

 

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