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PM VCD Rheinhessen: Detailliertes Radverkehrskonzept für Gonsenheim der Stadt vorgeschlagen

Mainz, 16.12.: Der Verkehrsplaner Armin Schulz hat im Namen des VCD ehrenamtlich ein Radverkehrskonzept für Gonsenheim entwickelt und es heute zusammen mit Rupert Röder, für den Vorstand des VCD Rheinhessen, der Mainzer Verkehrsdezernentin Katrin Eder überreicht.

Armin Schulz ist Gonsenheimer Bürger und nutzt im Alltag wie im Urlaub gern das Rad. Bis 2019 war er beruflich als Stadt- und Verkehrsplaner für das Land Hessen tätig. Jetzt im „Unruhestand“ widmet er viel Zeit einem Vorhaben, das er schon lange im Auge hat: als Mitglied des VCD (Verkehrsclub Deutschland) Vorschläge für die Entwicklung der Radverkehrsinfrastruktur in seinem Stadtteil zu entwickeln, zugleich auch als Impuls für andere Mainzer Stadtteile. Denn für ihn ist klar: „Noch viel mehr Menschen würden aufs Rad umsteigen und gern etwas für ihre Gesundheit und für den Klimaschutz tun, wenn sie sichere und attraktive Bedingungen fürs Radfahren schon vor ihrer Haustür vorfinden.“

Seit den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts, erläutert Schulz, wurden auch in Mainz immense Summen in den Straßenbau gesteckt. Bis vor wenigen Jahren folgte die Verkehrs- politik dabei der Vorstellung, dass der Autoverkehr fließen müsse und alle anderen Mobilitätsbedürfnisse nachrangig seien. In den siebziger Jahren wurden zwar auch schon wieder Radwege eingerichtet, aber in der Regel sei für sie einfach nur ein schmaler Streifen von den Fußgängerwegen abgeteilt worden. Die Beobachtung: „Der Ärger zwischen Fußgängern und Radfahrern war vorprogrammiert, und für beide war die Wegequalität schlecht.“

Dabei sei festzustellen - die seit vielen Jahren geltenden Qualitätsvorgaben der Richtlinien und Normen für die Straßengestaltung für Geh- und Radwege werden im heutigen Straßennetz selten eingehalten. Zudem haben sich mit Zulassung der E-Scooter und dem Erfolg von Pedelecs und Transporträdern in den letzten Jahren die Anforderungen an die Breite von Radwegen im Alltag deutlich erhöht. Die Anforderung sei klar: „auch um Unfallgefahren und gegenseitige Behinderungen zu vermeiden, muss auf den Hauptrouten grundsätzlich eine Überholmöglichkeit geschaffen werden.“

Schulz weist dabei darauf hin, dass auch der Klimaschutz keine Chance hat, wenn nicht der Verkehrsbereich seinen CO2-Ausstoß drastisch reduziert. Auch unter diesem Vorzeichen hat er in mehr als 400 ehrenamtlichen Ingenieursstunden eine 130 Seiten umfassende Stu- die erstellt. Sie zeigt auf, wie eine adäquate Umgestaltung des Straßennetzes in Gonsenheim aussehen sollte. Enthalten sind auch Hinweise zu Finanzierungsmöglichkeiten durch Förderprogramme von Bund und Land. Eine 48-seitige, mit Fotos angereicherte Kurzfassung der Fachstudie ist für Interessierte beim VCD beziehbar.

Nichts wünscht sich jetzt der Verkehrsexperte mehr, als dass die Stadt die Ergebnisse seiner umfangreichen Arbeit, die er aus bürgerschaftlichen Engagement frei zur Verfügung stellt, intensiv nutzt und die Mobilitätswende beschleunigt anpackt. In Gonsenheim und dann auch in anderen Stadtteilen.

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