Rheinland-Pfalz

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Landesverband Rheinland-Pfalz

VCD unterstützt Initiative Pro Mosel zum Baustopp beim Hochmoselübergang

Das Moseltal ist eine der schönsten Regionen Deutschlands. An den Hanglagen über dem Fluss wächst seit Jahrtausenden hervorragender Wein. Die Hänge und angrenzenden Höhenzüge sind ein wichtiger Lebensraum für eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt.

Durch den geplanten Hochmoselübergang wird diese Landschaft unwiederbringlich zerstört. Deshalb hat der VCD Rheinland-Pfalz auf der Jahreshauptversammlung am 24.04.2010 in Koblenz eine Resulotion verabschiedet, um die Umsetzung des Projekts zu verhindern. Heidelinde Weidemann, stv. Landesvorsitzende des BUND Rheinland-Pfalz (Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland), war ebenfalls auf der Jahreshauptversammlung des VCD RLP und freute sich sichtlich über die VCD-Resulotion. Michael Gehrmann, Bundesvorsitzendes des VCD, bekräftigte die Unterstützung des BUND durch den VCD beim gemeinsamen Ziel "330 Millionen Euro sparen - Mittelmosel retten!"

Der Widerstand gegen den "Hochmoselübergang" ist nicht neu. Vielmehr kämpft der BUND seit Jahrzehnten gegen das geldverschlingende Projekt.

Aus Sorge um die Mosellandschaft und die Menschen in der Region wurde eine Bürgerinitiative gegründet, die das gleiche Ziel verfolgt: die AG Eifel-Mosel-Hunsrück in Bewegung.

Auszug aus der Petition des BUND Rheinland-Pfalz, welche zwischenzeitlich an den Vorsitzenden des Verkehrsausschusses durch Frau Weidemann persönlich übergeben wurde:

An den Verkehrs- und den Finanzminister der Bundesrepublik Deutschland

Sehr geehrter Herr Minister Dr. Ramsauer, sehr geehrter Dr. Schäuble,

der Bau des Hochmoselübergangs muss gestoppt werden, um verheerende Schäden an Mensch und Umwelt zu vermeiden. Bitte sorgen Sie dafür, dass keine weiteren Gelder für den Bau dieser Straße zur Verfügung gestellt werden.

Im Rahmen des Vorhabens  „B50 neu mit Hochmoselübergang“ soll die BAB A60 bei Wittlich mit der Hunsrückhöhenstraße B327 verbunden werden. Kernstück der Arbeiten ist die Querung des Moseltals durch eine 168 m hohe und 1.700 m lange Brücke. Veranschlagt sind bereits jetzt 270 Millionen Euro, von denen 250 Millionen aus dem Bundeshaushalt übernommen werden sollen. Eine erhebliche Verteuerung gilt als sicher. Aufgrund der unberechenbaren Kosten scheiterte die ursprünglich geplante private Mitfinanzierung über eine Mautbrücke, da kein einziger Investor zum Einstieg bereit war. Die anvisierte Finanzierung durch Mehreinnahmen aus der LKW-Maut ist unrealistisch, da diese rückläufig sind. In Zeiten großer Staatsverschuldung müssen knappe Finanzmittel vorrangig in den Erhalt bestehender Straßen gelenkt werden als in ein Prestigeprojekt, das nicht nur Umwelt zerstört sondern unüberschaubare Folgekosten produzieren wird.

Die seit Jahrtausenden kultivierte und weltweit bekannte Wein-Kulturlandschaft der Mittelmosel verliert durch die völlig fremdartig wirkende Hochmoselbrücke als Reiseziel erheblich an Attraktivität. An den vernichtenden Presseberichten aus aller Welt lässt sich ablesen, welche Schäden dem Image des Moseltals und des Standorts Deutschland drohen. Die Chance auf eine Aufnahme der Region in die Liste des „UNESCO-Weltkulturerbes“ ist dann endgültig vertan. Darüber hinaus ist zu befürchten, dass im Zuge der Bauarbeiten auf dem „Moselsporn“ weltberühmte Spitzen-Weinlagen durch Beeinflussung der Wasserversorgung in ihrem Wert erheblich beeinträchtigt werden.

Auf der linken Moselseite führt die Straße im Bereich des Rothenbergs durch ein EU-Vogelschutzgebiet und auf dem Gegenhang setzt sich die autobahnähnliche Trasse über den Moselsporn, der halbinselartig von einer Moselschleife umflossen wird, durch eine einzigartig, bislang unberührte Landschaft fort. Nur durch einen planerischen Trick, nämlich die Aussparung eines Korridors inmitten von Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebieten konnte man hier überhaupt Baurecht erwirken. Das geplante Vorhaben ist allein aus ökologischen Gesichtspunkten unverantwortlich.

Für die betroffenen Menschen vor Ort sowie den maroden Staatshaushalt stellen jedoch geologische Aspekte eine weitaus größere Gefahr dar. Der für die Pfeiler der Hochmoselbrücke vorgesehene Untergrund im Ürziger Hang ist erwiesenermaßen instabil und zur Pfeilergründung ungeeignet. Auf der östlichen Moselseite ist der Graacher Hang als einer der gefährlichsten Rutschhänge an der Mosel bekannt. Was Verkehr und vor allem Bauarbeiten für das Rutschverhalten der Hänge bedeuten und welche Folgen eine etwaige Rutschung für betroffenen Anwohner hat, ist schlichtweg nicht untersucht worden.

Für die Verbesserung der Ost-West-Verbindung im Eifel-Hunsrück-Raum existieren zahlreiche Alternativen zur geplanten Trasse, die ohne die dramatischen Folgen umgesetzt werden können und zudem wesentlich kostengünstiger sind.

Meine Sympathien sind bei den Menschen an der Mosel, die vom Weinbau und Tourismus ihren Lebensunterhalt bestreiten und nun um die Zukunft ihrer Existenz bangen. Die Menschen bedürfen Ihrer Unterstützung. Lassen Sie die Bevölkerung in der Moselregion nicht im Stich.

Entscheiden Sie sich gegen das Projekt „B50 neu mit Hochmoselübergang“ und für eine nachhaltige und vernünftige Verkehrpolitik im Interesse aller Menschen in diesem Land!

Mit freundlichen Grüßen
Unterzeichner(in)

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