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VCD: Mehr Fahrgäste durch VRM-Gemeinschaftstarif

Die in der WZ vom 23.10.2008 gemachten Aussagen des Landrates zum Nichtbeitritt zum Gemeinschaftstarif des Verkehrsverbunds sind nicht nachvollziehbar und längst widerlegt.

Dies stellte der 1. Vorsitzende des Verkehrsclub Deutschland (VCD) Rainer Vogt (Höhr-Grenzhausen) auf der Vorstandssitzung in Bad Ems fest. Welche geheimen Erkenntnisse haben der Landrat und die CDU-Mehrheitsfraktion im Westerwaldkreis, um aus ihrer erstarrten Haltung nicht mehr heraus zu kommen, fragt sich Vogt. Von der Anerkennung der realen Vorgänge oder besseren Erkenntnisse und Einsichten ist die immer wieder verbreitete Darstellung meilenweit entfernt und erzeugt bei den anderen Verbundmitgliedern nur noch Kopfschütteln.  

Der Landrat führt beim Gemeinschaftstarif die angeblich „extrem hohen Kosten“ an! Für wen und wo sollen diese anfallen? Für den Westerwaldkreis sieht Vogt dies nicht. Diesbezüglich sind dem Kreis ganz andere Zahlen vom VRM genannt worden. Haben die VRM-Kreise denn bessere Kostenstrukturen? Nein, bestimmt nicht, aber sie haben weiter denkende Politiker, so Schatzmeister Michael Baaden (Ransbach-Baumbach)! Der Gemeinschaftstarif ist eine benutzerfreundliche Maßnahme zum Abbau von Hemmnissen  beim Fahrscheinkauf. Baaden fragte weiter: Wieso erwartet man im Westerwald vom Gemeinschaftstarif ein verbessertes Angebot? Was hat der Verkehrsverbund mit einem umfangreicheren Fahrplan zu tun? Dies sind alles nicht die Aufgaben eines Verbundtarifs. Abschließend stellte er fest: Unerklärlicherweise wird hier wohl, bewusst oder unbewusst, die Bestellung von gewissen ÖPNV-Leistungen, für die der SPNV Zweckverband zuständig ist, mit dem Gemeinschaftstarif verwechselt. Es stimmt auch nicht, dass sich die Tarife im Westerwaldkreis weniger erhöht haben sollen als im Verbundgebiet. Wer anderes behauptet, sollte den Beweis dafür antreten.

Die geplante Imagekampagne zur Förderung des ÖPNV im Westerwaldkreis wurde anschließend kritisch hinterfragt. Mit dem aus Mainz gezahlten ÖPNV-Geld wird zum wiederholten Mal ein Ingenieur-Büro beauftragt, um genau das heraus zu finden, was beim VRM bereits lange bekannt ist und mit dem Gemeinschaftstarif schon durchgesetzt ist. Diese Gelder sind z.B. für einen Ausbau von Haltestellen sinnvoller zu nutzen. Warum hat der ÖPNV im Verbundgebiet einen guten Bekanntheitsgrad? Warum werden die Nutzerzahlen im VRM von Jahr zu Jahr besser? Aber wieso werden die ÖPNV-Nutzer im Westerwaldkreis kontinuierlich weniger, fragt man sich beim VCD-Kreisverband. Sinkende Schülerzahlen und abnehmende Bevölkerungszahlen gibt es genauso in den anderen Kreisen! Trotz ähnlicher Bedingungen greifen dort aber die bekannten VRM-Tarifmaßnahmen. Auch im Kreis Altenkirchen haben die Politiker erkannt, dass ein attraktiver ÖPNV nicht ohne moderne Strukturen wie Verbundtarif und Vermarktung machbar ist. Eine Imagekampagne kann den öffentlichen Verkehrsbeziehungen der Bürger überhaupt nicht gerecht werden. Hier wird Geld verschwendet, was für den Gemeinschaftstarif besser angelegt wäre. Die von der Westerwälder Kreis-CDU betriebene Abschottungspolitik führt geradezu zu den abnehmenden Nutzerzahlen, stellte Vogt zum Abschluss fest.

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