Rheinland-Pfalz

Pressemitteilung, Verkehrspolitik
Ludwigshafen-Vorderpfalz

VCD bewertet die Kandidaten zur OB-Stichwahl

• Aussagen zur Förderung von Radfahren und Öffentlichem Verkehr werden begrüßt

• VCD bedauert das nicht berücksichtigte Potenzial von Fußgängern

• gewünschter Mehreinsatz von Elektroautos im städtischen Fuhrpark für gut befunden

Die Teilnehmer am VCD-Stammtisch Ludwigshafen beschäftigten sich während der letzten Treffen mit den Aussagen der Kandidaten der Oberbürgermeisterwahl zum Thema Verkehr. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) versteht sich als Umwelt- und Verbraucherverband für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität. Der Verein unterstützt den Ausbau der umweltfreundlichen Verkehrsmittel und fordert mehr Platz für die in der Stadt lebenden Menschen.

Die Analyse der Aussagen der Kandidaten zur OB-Wahl ergab für den VCD folgendes Bild.

Erfreulich finden die Ludwigshafener VCD-Aktiven, dass beide Kandidaten das Radfahren fördern wollen. Besonders positiv aufgenommen wurden die Ankündigungen Jutta Steinrucks, einen Fahrradbeauftragten zu ernennen, das Einrichten von Fahrradstraßen zu prüfen und Radabstellanlagen auszubauen. Leider fehlen auch bei ihr belastbare Aussagen zur flächendeckenden Öffnung von Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radfahrer, was schnell und preiswert Radfahren fördern würde.

Die Stammtischbesucher bewerten die Aussagen beider Kandidaten zum Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs positiv, setzen sie damit doch auf umweltfreundliche Verkehrsmittel, die deutlich weniger Flächen als PKW verbrauchen und keine gesundheitsschädlichen Stoffe und weniger Lärm emittieren. Erfreulich, dass Frau Steinruck sich für eine Verbesserung der Situation an den Bahnhöfen einsetzen möchte und deswegen mit den Verantwortlichen der Bahn sprechen will, was längst mit Nachdruck hätte geschehen müssen.

Der VCD bedauert fehlende Bekenntnisse zur deutlichen Förderung von Fußgängern, weil der Stadtrat im Klimaschutzkonzept der Stadt die „Schaffung grüner Fußwege-Verbindungen“ explizit fordert. Das genaue Gegenteil verlangt Herr Dr. Uebel für die mittlere Bismarckstraße, die er als Fußgängerzone aufgeben und für Autos öffnen will.

Die Aussagen der Kandidaten bezüglich des Autoverkehrs sind ähnlich und im Ergebnis vage. Beide wollen das Straßennetz erhalten, die Hochstraße durch eine Stadtstraße ersetzen sowie ein besseres Baustellenmanagement. Beide möchten den Wechsel hin zu Elektroautos fördern und den städtischen Fuhrpark auf E-Fahrzeuge umstellen. Keiner der Kandidaten hat das zunehmende Problem der Bürger mit dem Falschparken aufgegriffen, was der VCD aufgrund der drängenden Probleme ausdrücklich bedauert. Jutta Steinruck möchte mehr Parkraum schaffen, sagt aber nicht genau wie und wo. Wenigstens schlägt sie vor, mehr Park-and-ride-Parkplätze im Umland einzurichten, damit Pendler dort umsteigen können. Sie bekennt sich außerdem zur Förderung von Car-Sharing, mit dessen Hilfe privat gehaltene Fahrzeuge reduziert werden können. Dr. Uebel macht zum Car-Sharing keine Aussage.

Die Aktiven des Stammtischs bewerten die Aussagen dahingehend, dass sich die Kandidatin Steinruck etwas detaillierter mit dem Thema Verkehr beschäftigt hat. Aus ihren Aussagen wird geringfügig deutlicher der Wille erkennbar, Autofahrern ein Alternativangebot zu machen. Der VCD wünscht sich deutlichere Hinweise auf eine angestrebte Verkehrswende für Ludwigshafen.

Die Bewertung wurde durch den Vergleich der Programme und der Antworten der Kandidaten auf einen kleinen Fragenkatalog vorgenommen.

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