Rheinland-Pfalz

Auto & Straße, Bahn & Bus, Verkehrslärm, Pressemitteilung
Landesverband Rheinland-Pfalz

VCD Rheinland-Pfalz mit effizienten Vorschlägen zur Lärmreduzierung

Lärm macht krank, das wird wissenschaftlich immer wieder bestätigt. Der Landesverband Rheinland-Pfalz des ökologischen Verkehrsclubs VCD wendet sich daher mit einem Positionspapier und Vorschlägen zur Reduzierung von Verkehrslärm an das Landesumweltministerium.

Während meist nur der immense Schienen- und Fluglärm in der öffentlichen Diskussion steht, wird der nahezu überall gegenwärtige Straßenverkehrslärm als gesundheitsgefährdendes Problem noch viel zu wenig angegangen. Dabei betrifft gerade der Lärm von Lkw- und Pkw-Verkehr auf Autobahnen, Landes-, Kreis- und Innerortsstraßen eine besonders große Zahl an Menschen. Der VCD Rheinland-Pfalz schlägt daher in seinem Positionspapier vor allem kostengünstige und effiziente Maßnahmen vor, die zur Entlastung der Bevölkerung vom krankmachenden Verkehrslärm beitragen.

„Vorrang sollte immer zuerst die Vermeidung von lautem Verkehr haben“, erklärt Dr. Helga Schmadel, Vorsitzende des VCD-Landesverbandes. Eine Verlagerung auf leisere Verkehrsmittel oder eine Umleitung des entsprechenden Verkehrs auf weniger problematische Strecken sind Mittel, dieses Ziel zu erreichen. „Die Förderung des Kosums lokaler und regionaler Produkte und die damit einhergehende Vermeidung von Transporten ist jedoch die ökologischste und nachhaltigste Möglichkeit, sowohl die Schadstoff- wie auch die Lärmemissionen des Güterverkehrs zu verhindern“, betont Schmadel weiter.

Im Personenverkehr muss das Augenmerk auf einer Verringerung des Pkw-Verkehrs liegen. „Wir wirken in unseren Aktivitäten vor allem auf eine Attraktivitätssteigerung der öffentlichen Verkehrsmittel hin“, so Schmadel. Das Bahn- und Busangebot sowie die Fahrgastinformation muss verbessert und auch in Zeiten von Finanzknappheit gesichert werden. Die leisesten und ökologischsten Fortbewegungsarten, Radfahren und zu Fuß gehen, müssen vor allem in unseren Städten konsequent gefördert werden. „Der Ausbau städtischer Radroutensysteme und attraktiver, ebenerdiger Straßenquerungen mit geringen Wartezeiten für Fußgänger muss viel stärker als bisher gefördert werden, um motorisierten Verkehr und damit Lärm zu reduzieren“, fordert Schmadel.

Wenn Verkehr nicht verhindert werden kann, so müssen zumindest die Lärmemissionen minimiert werden. „Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in Städten macht das Leben attraktiver, nicht zuletzt wegen des reduzierten Lärmpegels“, weist Schmadel auf die aktuelle Kampagne „Tempo 30 für mehr Leben“ des ökologischen Verkehrsclubs VCD hin. Außerdem stellt der Landesverband Rheinland-Pfalz in seinem Positionspapier zwei Projektideen vor, wie Geschwindigkeitsbegrenzungen auch kontrolliert werden können. „Die Landesregierung kann die kommunale Verkehrsüberwachung durch den Aufbau von sogenannten „Lärmschutzteams“ mit Radaranlagen unterstützen“, erklärt Helga Schmadel. Diese Teams können auf Anforderung durch die Kommunen dann vor Ort die Geschwindigkeiten messen und Überschreitungen ahnden. Durch das zentrale Einsatzmanagement ist dabei für eine effiziente Auslastung der Lärmschutzteams und damit Kosteneingrenzung gesorgt. „Besonders sinnvoll erscheint uns aber ein positiver Appell an die Kfz-Fahrer“, so Schmadel. Dieser könnte durch Lärmmessgeräte erreicht werden, die ähnlich wie Geschwindigkeitsanzeigeanlagen funktionieren. Auf einem Display kann für den Fahrer der Hinweis erscheinen, ob er leise oder zu laut unterwegs ist.

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