Rheinland-Pfalz

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Landesverband Rheinland-Pfalz

VCD fordert Verzicht auf vierspurigen Ausbau der B10

Menschen im Queichtal droht schwerwiegende Lärmbelastung

Der Landesverband Rheinland-Pfalz des ökologischen Verkehrsclub Deutschland (VCD) fordert den Verzicht auf den vierspurigen Ausbau der Bundesstraße 10 zwischen Hinterweidenthal und Hauenstein sowohl zwischen Godramstein und Landau. Angesichts leicht rückläufiger Verkehrsbelastung auf der Strecke ist ein solcher ökonomisch wie ökologisch ohne Nutzen. Auch würde er die schon heute hohe Lärmbelastung im Queichtal auf ein nicht hinnehmbares Maß steigern. Der VCD-Landesverband fordert stattdessen Investitionen in die Schiene.

"Wenn es nicht mehr möglich ist, in einer Sommernacht bei offenem Fenster zu schlafen, dann zeigt dies ein deutliches verkehrspolitisches Versagen", erklärt Klaus Buggisch aus dem Landesvorstand des VCD. Dies stünde den Bewohnern des Queichtals aber bevor, wenn die Forderungen des Pirmasenser Gemeinderates und der Bürgerinitiative "B 10 - vier Spuren jetzt" realisiert werden sollten. Die Lebensqualität in den Gemeinden, die zwischen Pirmasens und Landau in der Talsohle direkt an der B10 liegen, ist bereits heute vom Lärm der Kraftfahrzeuge stark beeinträchtigt.

Wenn nun aber die Städte wie Pirmasens, deren Bevölkerung großenteils oberhalb der Talsohle wohnt, den Ausbau der B10 durchboxen, dann sind die Folgen gerade für die Gemeinden im Tal unüberhörbar. So ist für Albersweiler gar kein aktiver Lärmschutz vorgesehen. Auch Hinterweidenthal müsste wegen des Lärms den Verlust des Titels als „staatlich anerkannter Erholungsort“ wohl fürchten. „Gegenüber den betroffenen Bewohnern des Tals entlang der B10 bewusst diese Folgen in Kauf zu nehmen, ist ein völlig inakzeptables politisches Handeln“, so Buggisch.

Auch mit Zahlen lässt sich belegen, dass eine Erweiterung der B10 auf vier Spuren in diesem Bereich ökonomisch wie ökologisch überflüssig ist. Ein solcher Ausbau mit dem Straßenquerschnitt RQ26 ist offiziell für eine Belastung von 60.000 Fahrzeugen pro Tag ausgelegt. Es waren aber 2012 bei Godramstein beispielsweise nur 27.395 Fahrzeuge pro Tag unterwegs. Bei Wilgartswiesen waren es gar nur 16.112 Kfz am Tag. Diese Zahlen zeigen zunächst, dass die B10 sehr unterschiedlich belastet ist; sie zeigen aber vor allem, dass ein durchgehender vierstreifiger Ausbau unnötig ist. Dies gilt umso mehr, als die Anzahl der Fahrzeuge pro Tag im Vergleich zu 2004 leicht rückläufig ist. „Da mit einer deutlich zunehmden Motorisierung nicht mehr zu rechnen ist, stellt ein Ausbau der B10 also auch keine Investition in die Zukunft dar, sondern lediglich die Vernichtung von wertvollen Flächen und knappen öffentlichen Geldern“, sagt Buggisch.

Der VCD-Landesverband regt deshalb an, auch in dieser Region wieder verstärkt auf die ökologischere Variante des Schienenverkehrs zu setzen. „Vor der Bahnreform gab es Eil- und D-Züge zwischen Trier und München über Zweibrücken sowie zwischen Frankfurt und Pirmasens über Kaiserslautern“, erklärt Buggisch. Heute verkehren auf all diesen Relationen nur noch Regionalbahnen. Gerade hier sieht der VCD enormen Verbesserungsbedarf und fordert wieder schnellere und attraktivere Verbindungen auf dem bestehenden Schienennetz. „Damit wäre den Bewohnern des Queichtals am meisten geholfen, denn es wären noch weniger Autos auf der B10 unterwegs und Lärm- und Schadstoffbelastung nähmen noch weiter ab“, so Buggisch.

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