Rheinland-Pfalz

Bahn & Bus, Verkehrslärm, Verkehrspolitik, Pressemitteilung
Landesverband Rheinland-Pfalz

Schweizer Maßnahmen gegen Bahnlärm als Vorbild für Deutschland

Der VCD begrüßt den Beschluss neuer Lärmgrenzwerte für Güterwaggons in der Schweiz und fordert auch für Deutschland eine beschleunigte Umrüstung lärmintensiver Waggons im Schienengüterverkehr

Ab 2020 gelten in der Schweiz neue Lärmgrenzwerte für Güterwaggons. Fahrten mit lärmigen Waggons werden damit faktisch verboten. Der Beschluss ist sowohl für inländische als auch für ausländische Güterwagen gültig und wird demnach auch für den deutschen Schienengüterverkehr massive Auswirkungen haben.

Der ökologische Verkehrsclub VCD befürwortet das Schweizer Vorgehen gegen den Zuglärm. Damit sind die Weichen gestellt für einen leiseren Zugverkehr auch in Deutschland. Denn bisher blieb eine Umsetzung der geplanten Verbesserungen und damit eine schnelle Entlastung, insbesondere der Bewohner des Mittelrheintals, aus.

Frau Dr. Helga Schmadel, Vorsitzende des VCD-Landesverbands Rheinland-Pfalz bezeichnet den Beschluss als vorbildlich und richtungsweisend: „Bund und Länder müssen nun handeln und die deutschen Waggons binnen weniger Jahre umrüsten, um damit in Zukunft noch in die Schweiz fahren zu dürfen. Die jahrelange Verzögerungstaktik von Bahn und Politik rächt sich nun, da die Schweizer Regelung faktisch ein Verbot deutscher Güterwaggons mit Graugussbremsen bedeutet. Wer weiterhin im Wettbewerb bleiben will, muss nun schleunigst umrüsten.“

Somit kommen die neuen Lärmschutzrichtlinien auch der lärmgeplagten Bevölkerung in Rheinland-Pfalz zugute – wenn der Transitgüterverkehr auf geräuschärmere Bremssohlen umgerüstet werden muss. Helga Schmadel betont in diesem Zusammenhang, dass es nicht darum gehe, den Schienengüterverkehr an sich sondern den durch ihn verursachten Lärm zu reduzieren. „Der Güterzug ist aus ökologischer Sicht das effizienteste Verkehrsmittel zu Lande. Die Lärmbelastung und auch die Erschütterungen bedingt durch veraltete Technik und zu hohen Geschwindigkeiten ist allerdings viel zu hoch. Es ist in gewisser Weise peinlich aber bezeichnend, dass nun von außen, in diesem Falle der Schweiz, Tatsachen geschaffen werden und die Bahn und die anderen Güterwaggoneigentümer unter Handlungsdruck geraten“, so die Vorsitzende.

Deshalb fordert der VCD Rheinland-Pfalz die Politik und die Bahn auf, nun unverzüglich alles dafür zu tun, um die Emissionen von Lärm und Erschütterungen zu minimieren, ohne dabei das klimafreundlichste Verkehrsmittel, die Bahn, einzuschränken.

Für Rückfragen:

Dr. Helga Schmadel, Vorsitzende VCD Landesverband RLP, Fon (06133) 4431, rlp@vcd.org

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