Rheinland-Pfalz

Auto & Straße, Tourismus, Verkehrsplanung, Verkehrspolitik
Landesverband Rheinland-Pfalz

Mittelrheinfähren / Rheinpassagen / Mittelrheinbrücke

Der VCD Landesverband Rheinland-Pfalz setzt sich aktiv gegen den geplanten Bau einer Mittelrheinbrücke ein, denn die Fähren sind das Rückgrat des Verkehrs im Mittelrheintal. Wir fordern daher ihren Erhalt und Ausbau!

Derzeitige Situation und Planung

Derzeit: viele Mittelrheinfähren
Durchschnittlich alle 9 Kilometer können die Menschen die andere Flussseite des Rheines im Welterbe Oberes Mittelrheintal erreichen. Die Fährbetriebe in Boppard, St. Goarshausen, Kaub und Niederheim­bach stellen für die Menschen die Verbindungen zwischen den Städten und Gemeinden über den Fluss her. Die Fähren sind der Kernbestandteil des öffentlichen Verkehrs im Mittelrheintal. Das gilt zumindest im Moment noch und nur solange, wie es Fähren gibt.

Planung: nur noch eine Brücke
Eine Brücke würde die bestehende Verkehrsinfrastruktur am Mittelrhein drastisch verändern. Sie würde nämlich nicht als zusätzliche Rheinquerung etabliert, nein, sie müsste die Aufgaben der Fähren mit über­nehmen und den Gesamt-Querungsverkehr am Mittelrhein dann allein bewältigen. Denn die Fähren wer­den ihre Fährverkehre mit Inbetriebnahme einer Brücke aus wirtschaft­lichen Gründen aufgeben. Als einzige Rheinquerung im 63 Kilometer langen Welterbetal würde nur diese eine Brücke verbleiben.

Erklärungen?!
Wer ein Interesse daran hat, die bestehende Verkehrsinfrastruktur derart drastisch zu verändern, der muss auch erklären, wie die gesamte Verkehrsgestaltung zukünftig hier tatsächlich aussehen soll und wie die Rheinquerung für die Menschen hier ohne Fähren funktionieren soll. Genau diese Erklärungen erwarten der VCD und die Bürgerinitiative Rheinpassagen jetzt von den politischen Parteien.

Hintergrund und Folgen

Hintergrund
Hintergrund ist die von den vier Mittelrhein-Fähr­betrieben an die Landesregierung gegebene Information, dass "eine betriebswirtschaftlich ver­ant­wort­bare Weiterführung der Fährbetriebe nach einem Brückenbau am Mittelrhein auszu­schließen ist, weil die Kosten der Fährbetriebe durch die dann reduzierten Einnahmen nicht mehr gedeckt werden können", so steht es in der Mitteilung an die Landesregierung.

Die Fähren haben ihre Kalkulationen einzeln dargestellt:
1.   Fähre Boppard - Filsen: Die Fähre ist etwa 12 Kilometer vom geplanten Brückenstandort ent­fernt. Der Fährbetreiber geht davon aus, dass sich der Kraftfahrzeugverkehr dann über­wiegend auf die Brücke verlagert. Mit den Einnahmen aus den verbleibenden Verkehren können die Kosten im Ge­samtjahr nicht mehr gedeckt werden. Insofern wird eine Weiter­führung des Betriebes insgesamt in Frage gestellt, in jedem Fall aber während der Winter­monate von November bis März (einschließlich) eingestellt.

2.   Fähre St. Goarshausen - St. Goar: Die geplante Brücke ist ca. 3 bis 4 km vom Fähr­standort entfernt. Der Fährbetreiber geht davon aus, dass dann nahezu der gesamte Kraftfahr­zeug­verkehr über die Brücke fahren wird. Die wirtschaftliche Grundlage würde dem Fährbetrieb entzogen. Der Fährbetrieb müsste eingestellt werden. "Eine Fußgängerfähre ist wirtschaftlich nicht darstellbar".

3.   Fähre Kaub - Engelsburg: Die Fähre verbindet den Ort Kaub mit der Bundesstraße 42 zur En­gels­burg an der Bundesstraße 9. Wegen dieses Standortes ist die Wirtschaftlichkeit des Betriebes sehr stark vom Kfz-Aufkommen abhängig. Eine in etwa 12 km von der Fähre Kaub entfernt zu bau­en­de Brücke würde einen wesentlichen Teil des Kfz-Verkehrs dort hin verlagern und die Ein­nahmesituation für den Fährbetrieb derart drastisch verändern, dass der Fährstandort aufzu­geben wäre.

4.   Fähre Niederheimbach - Lorch: Der Fährstandort ist etwa 20 km vom geplanten Brücken­stand­ort entfernt. Eine in etwa 20 km Entfernung zu dieser Fähre zu bauende Brücke würde einen Teil des Kfz-Verkehrs dorthin verlagern und die ohnehin durch die Bahnunterführung Nieder­heimbach eingeschränkte Einnahmesituation derart drastisch verändern, dass der Fährstandort auf­zugeben wäre.  

Die Folgen

Der Vortrag der Fährbetreiber ist als fundiert einzustufen. Die Fähren werden den Menschen hier nach einem Brückenbau nicht mehr für die Rheinquerung zur Verfügung stehen, es ist zumindest ernsthaft davon auszugehen. Ohne verkehrliche Alternativ- oder Ergänzungsplanung hätte dieser Schritt dann fatale Folgen für die Menschen: Der Rhein wird zum Grenzfluss mit Kanalisierung des Verkehrs auf eine einzige Brücke. Die andere Rheinseite, Schulen, Krankenhäuser, Arbeits- und Ausbildungsplätze wür­den in unerreichbare Ferne rücken. 

Der VCD und die Bürgerinitiative Rheinpassagen möchten nun von den Parteien mit Brückenbau­plänen hören, wie sie die Rheinquerung zukünftig gestalten werden, welche Alternativen oder Ergän­zungen sie zur Verfügung stellen werden, um mindestens die "alte" Rheinquerungsqualität auch nach einem Brücken­bau zu erhalten. Es ist jetzt an der Zeit die Planungen zur zukünftigen Rheinquerung ohne Fähren zu veröffentlichen. Die Bürgerinitiative Rheinpassagen und der VCD werden die von den Parteien erwar­te­ten In­for­mationen dann öffentlich mit den Bürgern diskutieren.

Aktionen

Veröffentlichung der Planungen und Diskussion notwendig

Es ist jetzt an der Zeit die Planungen zur zukünftigen Rheinquerung ohne Fähren zu veröffentlichen.
Die Bürgerinitiative Rheinpassagen und der VCD werden die von den Parteien erwar­te­ten In­for­mationen dann öffentlich mit den Bürgern diskutieren.
Für sie ist es schon lange überfällig, eine bessere Rheinquerungssituation umzusetzen, die "alte" Rhein­quer­ungsqualität ist überholungsbedürftig. "Die Verkehrssituation am Rhein muss für alle verbessert und nicht drastisch verschlechtert werden. Die am Rhein lebenden Menschen müssen auch zukünftig auf di­rektem Weg über den Fluss kommen. Verbesserter Fährverkehr ist dringend erwünscht" kennt die Bür­ger­initiative die Wünsche der Anwohner. Dazu fordert sie, die Fährzeiten zu verlängern, die Fähren in eine Gesamtverkehrsstruktur einzubinden und die Tarifsysteme zu überprüfen.

"Nur eine einzige Mittelrheinquerung zu etablieren ist eindeutig die schlechteste Lösung für die Men­schen hier. Der Fluss wird dann zur Grenze".

Aktionstag Pro Mittelrheinfähren am 27. Februar 2016
Am Fähranleger in St. Goar forderten der VCD und die Bürgerinitiative Rheinpassagen den Erhalt und den Ausbau des Fährverkehrs am Mittelrhein. Die Fahrpläne sollen mit allen Verkehrsträgern am Rhein optimal verknüpft, der Gesamtverkehr deutlich verbessert und die Tarifsysteme angepasst werden. "Wir wollen weiterhin direkt über den Rhein kommen" ist die Forderung. "Ein Prestigeobjekt Brücke zur Kanalisierung des Verkehrs in Wellmich/Fellen brauchen wir nicht, das ginge komplett an den Bedürfnissen der Menschen hier vorbei".

Spenden und Geldauflagen

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Spendenkonto:

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Mehr dazu unter Spenden

Postkarte: 4 Fähren statt einer Brücke

Der VCD Rheinland-Pfalz hatte bereits 2010 eine Postkartenaktion für ein Mittelrheintal mit kurzen Wegen für Radfahrer und Fußgänger durchgeführt.

Nun wird diese Forderung wieder aktuell, der VCD engagiert sich weiterhin!

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