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„Fahrradklima“ in Mainz hat sich bis jetzt nicht verbessert – die Politik ist gefordert

Aus Anlass der Präsentation der Ergebnisse des bundesweiten, vom Bundesverkehrsministerium geförderten ADFC-Fahrradklimatests erklärt Rupert Röder, rheinhessischer Radverkehrsexperte des Verkehrsclub Deutschland. „So kommen wir nicht voran mit der Infrastruktur für den Radverkehr“.

Röder weist darauf hin, dass in Mainz zwar viel mehr Menschen mit dem Rad fahren als früher, wie die Mobilitätserhebung der Stadt festgestellt habe und es sich auch täglich im Straßenbild zeige. „Darüber freuen wir uns als ökologisch ausgerichteter Verkehrsclub sehr “, stellt Röder fest, „aber wir werden auch praktisch täglich darauf angesprochen, dass das Radeln in Mainz immer noch als stressig und insbesondere für Kinder als unsicher empfunden wird“. Dieser Einschätzung entsprächen auch die Ergebnisse der Umfrage zum „Fahrradklima“ in Mainz.

Fahrrad und Pedelec hätten in den letzten Jahren als Verkehrsmittel für den Feiertagsausflug ebenso für die Nutzung im Alltag zwar viel Sympathie gewonnen. Dies sei, so Röder, enorm wichtig für die Wiedergewinnung einer sauberen Luft in den Städten wie auch für den Klimaschutz weltweit. Aber damit diese Sympathie sich auch in tägliches Handeln umsetze, müsse in den Großstädten, wo Mainz trotz Note 4 immerhin noch den 11. Platz bundesweit belege, viel mehr in die Infrastruktur für den Radverkehr investiert werden.

„Jahrzehntelang“, so Röder, „war das Motiv bei der Straßenplanung, dem Autoverkehr möglichst freie Bahn zu schaffen und dafür Fußgänger und Radfahrende auf kleine Restwege zu verbannen“. Die so gewachsene Infrastruktur habe am Ende nicht mal dem Auto Freiheit vom Stau beschert. Sie müsse jetzt mit großem Aufwand von Grund auf neu konzipiert werden. „Daher“, erklärt Röder, „fordern wir die Parteien auf, nicht nur Radfahrerforderungen in die Programme zu schreiben, sondern nach den Wahlen die Wende zu einer zukunftsfähigen, fahrradfreundlichen Verkehrsinfrastruktur mit dem dafür notwendigen, deutlich erhöhten Personal- und Sachmitteleinsatz in die Praxis umzusetzen.“

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