Rheinland-Pfalz

Bahn & Bus, Mobilitätsbildung, Verkehrspolitik
Landesverband Rheinland-Pfalz

3. VCD-Wortwechsel "Mobilität in der Region"

Am 13. Februar 2016 fand in Mainz der 3. VCD-Wortwechsel statt, der diesmal der Frage nachging „Welche Mobilität kann den Menschen in der Region angeboten werden?“ – Wie kann Überalterung, Einwohnerrückgang, Versorgungsdefiziten mit sich dadurch ändernden Mobilitätsanforderungen entgegnet werden?

Vier namhafte Experten stellten sich den Fragen des VCD e. V. und des Publikums. Während der sehr interessanten Diskussion berichteten Manfred Schnur, Landrat des Landkreises Cochem-Zell, Marco Remy, Fachplaner des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar VRN, Michael Ziesack, Bundesvorstand des VCD und Holger Friederichs, Inhaber von FriBus Bonn, über zahlreiche positive Ansätze und funktionierende Lösungen für den „ÖPNV auf dem Land“:

  • Neue Finanzierungs- und Ticketangebote: Der VRN bietet seine verbundweiten Zeitkarten für alle Zielgruppen- vom Schüler bis zu den Senioren - so erfolgreich an, dass 90 % der Kundschaft damit unterwegs sind. Nachahmenswert sicher auch das zunehmend nachgefragte Gästeticket im Landkreis Cochem-Zell, der noch viele weitere ÖPNV-Ideen umsetzten möchte. Herr Landrat Schnur rechnete auch vor, dass die ÖPNV-Ausgaben pro Kopf sehr niedrig sind.
  • Nutzen und Investionen statt Ausgaben: auch Michael Ziesak, Bundesvorsitzender des VCD e. V., zeigte deutlich auf, dass der ÖPNV einen grossen Nutzen hat und sinnvoll in den ÖPNV eingesetzte Gelder genau so Investitionen sind wie für andere staatliche Aufgaben – seien es Wasserversorgung, Polizei oder andere Dienstleistungen.
  • von der Daseinsvorsorge zur Pflichtaufgabe: Einig waren sich alle Podiums-Teilnehmer, dass der ÖPNV nicht nur eine Aufgabe der Daseinsvorsorge ist, sondern zukünftig - wie Straßenbau oder Versorgung eine Pflichtaufgabe der Kommunen werden muss, um ein bedarfsgerechtes (gestuftes) und attraktives (Grund)angebot für die Menschen zu sichern.
  • Auch wurde die Ausschreibung von Linienbündeln intensiv diskutiert, die für Kommunen und Fahrgäste erfreulicherweise meist eine Angebotsverbesserung bringt, viele mittelständische Busunternehmen jedoch größere Aussschreibungen nicht stemmen können, wie Holger Friederichs von FriBus darlegte.
  • Aus Fahrgast- und VCD-Sicht war auch die Vermeidung von Pannen und schlechtem Kundenservice Thema. Hier gibt es noch reichlich Verbesserungsbedarf, aber auch gute Ansätze wie die Schulung von Fahrpersonal, die Nutzung von GPS oder auch die Mobilitätsgarantien, die einige Verbünde mittlerweile anbieten.

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