Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz, Auto & Straße, Bahn & Bus, Güterverkehr, Radverkehr, Verkehrsplanung, Pressemitteilung
Landesverband Rheinland-Pfalz

Neuaufstellung des Regionalplans Mittelrhein-Westerwald

Der Landesverband Rheinland-Pfalz und die Kreisverbände Mittelrhein und Rhein-Lahn-Westerwald des ökologischen Verkehrsclub VCD haben eine gemeinsame Stellungnahme zur Neuaufstellung des Regionalplans Mittelrhein-Westerwald eingereicht. Es werden eine Überprüfung der verkehrsrelevanten Grundsätze und Ziele angeregt und Maßnahmen gefordert, die eine Verlagerung auf klimaverträgliche Verkehrsträger mit sich bringen.

Koblenz, 26. November 2014. Bis zum 10. November lag der Entwurf der Planungsgemeinschaft Mittelrhein-Westerwald zur Neuaufstellung des Regionalen Raumordnungsplans aus. Der VCD Rheinland-Pfalz und die Kreisverbände Mittelrhein und Rhein-Lahn-Westerwald haben die Gelegenheit der Beteiligung genutzt und fordern neben einer grundsätzlichen Überprüfung der verkehrsrelevanten Grundsätze und Ziele vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung, der Wirtschaftlichkeit und nicht zuletzt des Klimaschutzes gezielte Maßnahmen zu einer Förderung der Verkehrsträger des Umweltverbundes (zu Fuß gehen, Fahrrad- und Bus- und Bahnfahren).

Es folgt eine Auswahl der wichtigsten Anregungen und Forderungen:

Den öffentlichen Personennahverkehr betreffend, gilt es in erster Linie den Westerwaldkreis in den Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM) zu integrieren, um einen lückenlosen regionalen ÖPNV-Tarif zu schaffen, der sowohl für Pendler als auch für Gäste attraktiv ist. Überdies wird ein umfassendes Nahverkehrssystem gefordert: „Wir benötigen einen kompromisslos verkehrsmittelübergreifenden Tarif, dazu gehören neben Bussen und Regionalzügen auch sämtliche Rhein- und Moselfähren sowie etwa Standseilbahnen und Schrägaufzüge“, präzisiert Dr. Rolf Bartholomae, Kreisvorsitzender des VCD Mittelrhein, die Forderung.

Bezüglich der geplanten Straßenbauvorhaben empfiehlt der VCD zu überprüfen, ob diese insbesondere vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung zwingend notwendig sind. Konkret müsse im Einzelfall eruiert werden, ob nicht auch eine, oftmals kostengünstigere, Verbesserung der Angebotsqualität der Verkehrsträger des Umweltverbundes Abhilfe schaffen könne.
Der Planungsansatz einer Mitterheinbrücke außerhalb der Ortszentren von St. Goar bzw. St. Goarshausen lehnt der VCD kategorisch ab. „Eine Brücke, die mehrere Kilometer außerhalb der Ortschaften liegt ist aus ökologischen und sozialen Gründen nicht vertretbar. Sie würde zu mehr Autoverkehr und Umweltbelastungen führen, wäre nicht an das Bahnnetz angebunden und für Fußgänger und Radfahrer im Alltagsverkehr nahezu gänzlich unattraktiv“, so Bartholomae weiter.

Hinsichtlich der Planung der Güterverkehrsinfrastruktur sind aus VCD-Sicht unnötige Güterströme zu vermeiden. Überdies sollte überprüft werden, ob kleinräumige Güterverkehre auf klimaneutrale Verkehrsmittel wie Lastenräder verlagert werden können.
Im konkreten Fall des Güterverkehrszentrum Koblenz gilt es, mit Nachdruck auf dessen Anbindung an das Schienennetz hinzuarbeiten. In diesem Zusammenhang sollte die bestehende Bahnstrecke Koblenz - Bassenheim erstens gesichert und zweitens reaktiviert werden. Hier sollte auch langfristig daran gedacht werden, dass bei einer möglichen Güterentlastungsschienenstrecke zur Lärmverringerung im Rheintal auch ein Anschluss über die Bassenheimstrecke an Koblenz realisiert werden sollte.

Die Grundsätze und Ziele des regionalen Planentwurfs bezüglich des Radverkehrs orientieren sich nach VCD-Meinung zu sehr an den Anforderungen des Radwanderns. Hier wird der Schwerpunkt des Alltagsverkehrs vermisst, in dessen Zusammenhang die infrastrukturellen Voraussetzungen für Alltagsradler zu verbessern sind. „Hierzu zählen u.a. die Optimierung von Radrouten, die Bereitstellung von ausreichenden und sicheren Abstellanlagen und die Einrichtung von Tempo 30-Zonen, in denen Radfahrer ohne eigene Wege mit dem Verkehr mitschwimmen können“, erklärt der VCD-Kreisvorsitzende. 

Rückfragen

VCD Rheinland-Pfalz • Fon 02 61 / 97 35 38 40 • Fax 02 61 / 9 14 44 59  • rlp@vcd.org

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