Rheinland-Pfalz

Auto & Straße, Verkehrsplanung, Fußverkehr, Radverkehr, Verkehrssicherheit
Rheinhessen

Schleckerparkplatz, fahrrad- und fußgängerfreundich gestalten

Der VCD Rheinhessen hat einen Brief an den Bürgermeister, die Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat und die Verbandsgemeinde geschickt mit Änderungswünschen zur Planung des Parkplatzes in der Langgasse in Gau-Algesheim.

Sehr geehrter Herr Faust,
der VCD tritt für eine umweltfreundliche Nutzung des Individualverkehrs ein. Dazu gehört sicherlich auch der ruhende Verkehr.
Quartiersparkplätze sollten nur den Bewohnern des entsprechend definierten „Quartiers“ zur Verfügung gestellt werden (gegen Kostenerstattung z.B. Miete).
Wie ist dieses Quartier bewohnt? Südlich und westlich befinden sich Gehöfte, welche in ihrer Größe auch genügend Fläche für Abstellplätze in ihren Mauern haben (besonders haben die Besitzer auf deren Bereitstellung zu achten, wenn sie aus ihren Höfen Mietshäuser machen).

Anders sieht es im Osten (hinter Schlecker) aus, dort sind in den letzten 100 Jahren kleine Häuser in dem früheren Gartengelände entlang des Welzbaches erbaut worden, welche, kapitalmäßig von den (Arbeitern) Einwohnern finanziert werden konnten, da die Grundstücke (Gärten) in ihrer Größe neben dem vorhandenen Haus noch mehrere Abstellplätze für ihre Autos (deren Kinder) nicht haben. Es sollte also die Möglichkeit eines Abstellplatzes im näheren Bereich ermöglicht werden, dies aber nur in Grenzen.
Durch die Bebauung der Gartenflächen am Welzbach (Hochwassergebiet) wurden die Grünflächen in der Ortsmitte eingeschränkt, es fehlen also mehr Grünflächen. Die Wegeverbindung (Weingasse) als Fuß- und Radweg zwischen den Häusern am Welzbach und der Langgasse zur Ockenheimer Str. und dem Industriegebiet nördlich der Bahn ist für die Anwohner notwendig und sollte nicht durch ein- und ausparkende Fahrzeuge behindert werden (Gefahren beim rückwärts fahren und schnell fahrende Radfahrer).
Besonders für Kinder und Fußgänger und Radfahrer, die die Strecke als ruhigeren Weg nach Ingelheim nutzen und dabei den Steg über den Welzbach nutzen und über die Ockenheimer Straße, ist die gemeinsame Nutzung mit den parkenden Fahrzeugen kritisch. Außerdem ist der Weg die abgasfreie Zone und ein Nadelöhr, um zum katholischer Kindergarten (Karl-Domedy-Str. Ecke Goethestr.), zum Bahnhof und vom Bahnhof zum Startpunkt der Wanderwege am Festplatz Bleiche zu kommen. Kinder nutzen die Strecke als autofreien Weg zur Schule, sie laufen oder radeln den Weg Im Weiher und dann am Welzbach entlang.


Kompromiss für das Schleckergelände:

An der Nordseite des Geländes (zum Grundstück 511) werden von der Langgasse aus max. 15 Parkplätze für im Quartier Wohnende eingerichtet, welche mit Absperrungen versehen sind und nur durch Schlüssel geöffnet werden können, welche nur den betroffenen Personen für ihre Fahrzeuge zeitlich vermietet werden. Damit erübrigt sich das Tor Richtung Langgasse. Die Wegeverbindung (Weingasse) von 2,5 m Breite bleibt weiter durchgehend in geradem Verlauf erhalten.

Zwischen Weg und Parkplatz ist zur Abtrennung ein schmaler Streifen von Straßenbegleitgrün (niedrige  Hecke) einzurichten. Der hintere Bereich wird incl. des verwilderten Gartens in eine kleine Grünanlage (mit z.B. Brunnen und orientalischer Hinterhof) für die Öffentlichkeit angelegt. Die Wegeverbindung Weingasse ist für das Quartier auch wichtig, da die Fahrt über die schmale Ingelheimer Str. mit ihrem starken Autoverkehr (zu den Großmärkten und Bahnhof mit P+R) für Rad fahrende Kinder zu gefährlich sind. Vorrang für den umweltfreundlichen Verkehr…

Momentan gibt es einige weitere Gefährdungen für Radfahrer:
Die Baubaracke steht zur Zeit des Abrisses des Schleckermarktes so, dass man keinen Einblick mehr in die Langgasse hat und wird damit zu einer Gefährdung für Radfahrer und Fußgänger. Am Bahnhof kommt man kaum noch durch, eine Umleitung ist nicht ausgeschildert. Der Weg über den Marktplatz ist ab 19.00 (bis 22.00) Uhr gesperrt, damit ist die Passage für Fahrräder, Rollstühle und andere Fahrgelegenheiten durch eine Kette unterbunden. Bei den ersten Gastronomen laufen schon Unterschriftsaktionen gegen diese Regelung.


Für Gespräche und Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen
Dr. Helga Schmadel

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