Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz, Flugverkehr, Pressemitteilung
Landesverband Rheinland-Pfalz

"Der Hahn hat keine Zukunft"

Zum andauernden politischen und wirtschaftlichen Ringen um die Zukunft des Flughafens

Hahn äußert sich der VCD als Umweltorganisation

„Wir sehen für diesen Regionalflughafen keine Zukunftsperspektive“, beurteilt die VCD-Landesvorsitzende, Dr. Helga Schmadel, die Situation. „Der Flughafen Hahn ist weder für den Passagierverkehr noch die Luftfracht wirtschaftlich zu betreiben, und es ist eine enorme Verschwendung von öffentlichen Mitteln, ihn durch immer neue staatliche Finanzhilfen und Subventionen künstlich am Leben zu halten“. Mit dieser seit Jahren anhaltenden Praxis muss nun endlich Schluss sein, ein erneutes „weiter so“ darf nicht noch einmal geduldet werden.
Die Abwicklung in einem geordneten Insolvenzverfahren ist für den defizitären Flughafen die sinnvollste Lösung, so die Position des VCD. Denn „das Geschäftsmodell des Flughafen Hahn funktioniert einfach nicht“, schlussfolgert Schmadel. Die jetzt sinnlos vergeudeten Steuergelder sollten stattdessen für eine wirklich sinnvolle Strukturförderung des Hunsrücks verwendet werden, zum Beispiel den sofortigen(!) Anschluss des Nationalparks an öffentliche Verkehrsmittel zur Förderung des umweltfreundlichen Tourismus oder die Reaktivierung der Hunsrückquerbahn für Personen- und Güterverkehr.
Deutschland hat zu viele Regional-Flughäfen. Für eine zukunftsorientierte Verkehrspolitik ist eine Reduzierung der Anzahl der Flughäfen in Deutschland sinnvoll und nötig. Daher sollten insbesondere alle innerdeutschen- und Kurzstreckenflüge im Zielzustand vollständig auf die Schiene verlagert werden. Hier ist es auch Aufgabe der Politik, entsprechende attraktive Angebote zu fördern. Stattdessen wird der umweltschädliche Flugverkehr insgesamt massiv steuerlich subventioniert: So ist nach wie vor Kerosin nicht besteuert - allein in Deutschland fallen daher acht Milliarden Euro an Mineralölsteuer nicht an. Außerdem wird auf Auslandstickets keine Mehrwertsteuer erhoben, wogegen bei anderen Verkehrsträgern „das volle Programm“ anfällt.
Aus Umweltsicht ist solch eine massive Subventionierung und damit Privilegierung des Flugverkehrs verheerend – in Anbetracht des fortschreitenden globalen Klimawandels handelt es sich hierbei nicht um ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept. Der VCD spricht sich für eine deutliche Verbesserung beim Schienenverkehr aus - aus Sicht der Umwelt und einer zukunftsorientierten Verkehrspolitik.


Rückfragen und Interview-Wünsche
Dr. Helga Schmadel, Vorsitzende VCD Rheinland-Pfalz • Fon: 06133/ 44 31 • helga.schmadel@vcd-rlp.de

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