Rheinland-Pfalz

Auto & Straße, Radverkehr, Verkehrspolitik, Pressemitteilung
Ludwigshafen-Vorderpfalz

Kein Rückbau des Radwegs auf der Konrad-Adenauer-Brücke

Der VCD Ludwigshafen-Vorderpfalz fordert den Stadtrat auf, für den Bestand der erst dieses Jahr noch verbesserten Abfahrt für Radfahrer an der Konrad-Adenauer-Brücke zu stimmen. Der VCD lehnt einen Rückbau des neuen Radwegs auf der Abfahrtsrampe der Brücke entschieden ab. Vielmehr sind zusätzliche Maßnahmen notwendig, um den deutlich zugenommenen Radverkehr in Ludwigshafen und auf den Rheinbrücken weiter zu fördern und sicherer zu machen.

Der VCD fordert den VRN und die Stadtverwaltungen in Ludwigshafen und Mannheim auf, die Angebote zur Mobilitätsberatung zu erweitern, um mehr Autofahrer zum Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmitteln zu bewegen. Dabei reicht es nicht aus, nur zu Bus und Bahn, CarSharing und Fahrradvermietsystemen als Alternative zu beraten, wie das bisher in den RNV-Kundenzentren geschieht. Es bedarf einer Ergänzung um weitere Maßnahmen wie Radfahren und bilden von Fahrgemeinschaften.
Im Jahre 2017 wurde für rund 115.000 Euro die Abfahrt des Radweges auf der Nordseite der Adenauer-Brücke umgebaut, so dass Radfahrer nun sicher in beide Richtung diesen Abschnitt befahren können. Durch die Sperrung der Hochstraße Süd hat erfreulicherweise der Radverkehr auf den Rheinbrücken deutlich zugenommen. Es wäre eine hanebüchene Entscheidung rund 230.000 Euro auszugeben, um die derzeitigen Autostaus auf der Konrad-Adenauer-Brücke etwas in Richtung Rheinallee zu verlagern und dafür den umweltfreundlichen Radverkehr zu behindern und neue Gefahrenstellen für die Radfahrer zu schaffen. Der Radverkehr in der Stadt ist im Umfeld der Hochstraße Süd schon jetzt zunehmend behindert. Beispielsweise verstopfen immer öfter Autofahrer auf Schleichwegen die "verkehrsberuhigte" Bleichstraße und gefährden dort Radfahrer und Fußgänger. Zudem würde der Stadtrat die derzeit laufende Aktion „Stadtradeln“ ad absurdum führen und deutlich zeigen, dass die Aktion nur ein grünes Mäntelchen in einer Stadt ist, die seit 60 Jahren auf Autoverkehr setzt.
Die 230.000 Euro sollten vielmehr dafür ausgegeben werden, weitere Maßnahmen zu finanzieren, damit der zunehmende Radverkehr auch sicher bewältigt werden kann. Im Januar hat die Stadtverwaltung eine Liste von mehr als 60 Einbahnstraße im Stadtgebiet aufgeführt, die für den Radverkehr in Gegenrichtung geöffnet werden könnten. Aber wohl aufgrund fehlender Mitarbeiter und finanzieller Mittel ist 2019 so gut wie nichts umgesetzt worden. Eine weitere weitaus sinnvollere Maßnahme als der Rückbau des Radweges, wäre die Einrichtung einer erweiterten Mobilitätsberatung.
Die Sperrung der Hochstraße muss als Chance für eine schnellere Verkehrswende gesehen werden, die sowie notwendig ist, um einen zerstörerischen Klimawandel zu verhindern.

 

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