Rheinland-Pfalz

Radverkehr

"Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten."

Am Samstag, 26.10.2019, demonstrierten in Bad Kreuznach rund 170 Radfahrer*innen auf Einladung der "Bürgerinitiative Verkehrswende". Vom Europaplatz und fuhren sie auf einer zirka 8 km langen Route durch Innenstadt und Gewerbegebiet, um ihren Forderungen nach mehr Raum für Radfahrer auf den Fahrbahnen Ausdruck zu verleihen.

Der Demonstrationszug legte zwei Zwischenstopps ein. Zunächst am Bourger Platz, wo über die Parkraumbewirtschaftung der Stadt informiert und die Verlagerung der Parkplätze an die Ränder der Innenstadt verlangt wurde, damit die Innenstadt von Parkverkehr entlastet wird. Konkret forderte die Sprecherin Pia Hilgert unter dem Beifall der Teilnehmer die Aufgabe der Parkplätze Wassersümpfchen, Neuruppiner und Bourger Platz. "Wir brauchen im Zuge des Klimawandels eine völlig veränderte Stadt mit viel mehr Grün und viel mehr Radverkehr und öffentlichen Verkehrsmitteln“, betonte die Vertreterin des Verkehrsclub Deutschland (VCD), denn: "Die Städte sind bereits heute viel stärker erwärmt als das Umland, dem muss die Stadtplanung Rechnung tragen.“

Der zweite Stopp war beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) in der Eberhard-Anheuser-Straße. Dort wurde die Rolle des LBM als Baulastträger der Bundes- und Landesstraßen in der Stadt thematisiert. Der LBM werde mit dem Konzept, weitere Entlastungsstraßen zu bauen, keine Verkehrsberuhigung für die Innenstadt erreichen, prognostizierte Hilgert. Im Gegensatz dazu forderte sie neue Verkehrskonzepte, in denen motorisierter Individualverkehr von Rad und Bus ersetzt wird. "Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten." Vor kurzem noch hatte der Dienststellenleiter Olk den Rückbau der Wilhelmstraße zugunsten einer kombinierten Bus- und Radspur an den Bau einer Entlastungsstraße geknüpft – obwohl viele Städte gerade gute Erfahrungen mit dem Rückbau mehrspuriger Straßen machen.

Uwe Spietz von der Bürgerinitiative Verkehrswende Bad Kreuznach hatte schon am Treffpunkt Europaplatz einleitende Worte gesprochen und schloss die Versammlung auch ab. Tempo 30 flächendeckend in der Innenstadt mit wirksamer Überwachung sei eine der wichtigen Forderungen des Veranstalter-Teams, und ein flächendeckendes Radwege-Netz auch an den Hauptstraßen. 

Quelle: https://www.hanz-online.de/de/top_news/radler-fordern-f%C3%BCr-autos-park-platz-vor-der-innens_k29dy3sm.html?s=37TXaOi7DroLibb54J

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