Rheinland-Pfalz

Landesverband Rheinland-Pfalz, Verkehrspolitik, Verkehrssicherheit, Pressemitteilung

Verkehrsclub Deutschland zu Schulbeginn, ÖPNV und fehlenden Bussen

Mainz, 19. August 2020: Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) plädiert erneut dafür, die Schulanfangszeiten zu entzerren. Leider ist das in der öffentlichen Wahrnehmung, außer bei den auch und besonders betroffenen Verkehrsunternehmen, noch nicht richtig angekommen.

 

Momentan ist die Frage, wie das sichere Transportieren von Kindern und Jugendlichen in Bussen gewährleistet ist. Aufgrund der Tatsache, dass Busse überfüllt, beziehungsweise in zu geringem Umfang vorhanden sind, kann nur ein Entzerren der Schulanfangszeiten die Lösung des Problems sein. Denn: Kinder und Jugendliche dürfen nicht ohne Grund während der Coronakrise gefährdet werden. 

 

„Mit Mehrschichtbetrieb und Staffelung der Anfangszeiten kann eine sichere Beförderung der Schüler*innen gewährleistet werden“, so ÖPNV- Förderer und VCD- Mitglied Walter Nepelius, „denn Bahnen und Busse sind sofort überlastet, wenn das Unterrichtsangebot weiter hochgefahren wird. Was in den Schulen gilt – nämlich Abstand und dadurch Schutz vor Infektionen – muss auch bei der Fahrt hin und zurück gelten. Jüngste Beispiele aus ländlichen Bereichen haben schon bewiesen, dass das nicht überall eingehalten wird. ‚Taxi Mama‘ verbietet sich von selbst, schon aus Gründen des Umweltschutzes und der Verkehrssicherheit.“ 

 

„Die Finanzierung des ÖPNV ist schon seit vielen Jahren ungesichert und nicht kostendeckend, jetzt sind die Belastungen der Corona-Krise hinzugekommen“, so Dr. Helga Schmadel, Landesvorsitzende des VCD, und erklärt: „Besonders in der morgendlichen Spitzenlast mussten die Verkehrsbetriebe schon bisher zusätzliche Fahrzeuge und zusätzliches Personal vorhalten. Das gelingt immer weniger und darf die Allgemeinheit und die Verkehrsbetriebe nicht länger belasten. Es kann in der jetzigen Situation zum Desaster werden!“ 

Der VCD appelliert daher noch einmal an alle Entscheidungsträger – Schulen, Eltern, Schulträger, das Land – dafür zu sorgen, dass die Schulen konsequent auf Staffelbetrieb umdisponieren. Kreativität haben vor allem Eltern und Lehrer jetzt schon bewiesen, da sollten passende Lösungen bei den Schulbeginn-Zeiten für Kinder und Jugendliche über 10 Jahre auch möglich sein. Auch Berufsschulen sind hier ausdrücklich zu ähnlichem Handeln aufgefordert. Weil gerade bei älteren Schülern auch Biorhythmus und Lernfähigkeit deutlich nach 9 Uhr ihren Höhepunkt haben, sollte für diese Gruppe der Unterrichtsbeginn generell später sein. Das wäre eine echte Entlastung des ÖPNV und gleichzeitig gut für die Bildung. 

 

Damit es nicht nur beim Appell bleibt, fordert der VCD, dass die Schulträger auch gesetzlich ermächtigt werden, im Benehmen mit den Schulen gestaffelte Anfangszeiten für die Schulen vorzugeben.

 

 

Pressekontakt:

VCD Rheinhessen
c/o Dr. Helga Schmadel | Rohrgasse 11 | 55276 Oppenheim
Fon 06133-4431 | Mobil 0177/7974479 
rheinhessen@vcd.org und helga.schmadel@vcd-rlp.de
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