Rheinland-Pfalz

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Pressemitteilung des VCD Rheinhessen: Zum ADAC-Radwegetest für Mainz

Der ökologisch orientierte VCD Rheinhessen stimmt dem ADAC zu, wenn dieser jüngst in einer – nicht repräsentativen – Untersuchung in zehn Städten zum Ergebnis kommt, dass in Deutschland die Breite der Radwege oft sehr unzureichend sei.

Mainz und Hannover erhielten in dem Bericht die rote Laterne als Schlusslichter unter den untersuchten Orten. Aus Mainzer Sicht auffällig bei dem Test, wenn man in die Einzelwertung schaut: In Hannover gibt es maximal Mittelmaß, in Mainz aber auch wirklich gute Wege, angeführt vom Klassiker Untere Zahlbacher Straße (der schon vor vielen Jahren gegen heftigen Widerstand eingerichtet wurde). Die Mitglieder des VCD, die die Radinfrastruktur tagtäglich erleben, kennen die prekäre Lage aus eigener Erfahrung. „Man muss allerdings die besondere Situation von Mainz berücksichtigen“, so der langjährige Radverkehrsexperte und VCD-Vorstand Rupert Röder. „Mainz verfügt aufgrund der dichten Bauweise einer alten Festungsstadt nur über begrenzte Straßenbreiten. Und diese wurden in den 70er und 80er Jahren kompromisslos dem Auto zur Verfügung gestellt. Heute versucht die Verkehrsplanung der Stadt gegenzusteuern, indem sie nun vielfach die – rechtlich oft gar nicht mehr legitimierte - Benutzungspflicht der alten Radwege aufhebt und andererseits den Fahrrädern Raum auf der Straße auch optisch anbietet, unterstützt durch Tempobeschränkungen.

Faktisch könne, so Röder, in einer engen Stadt wie Mainz der Radweg nur auf der Fahrbahn verlaufen – entweder gemeinsam mit dem Autoverkehr oder, bei stärkerem Verkehr, besser in einer eigenen Spur. Dabei erfordere der steigende Strom von Radfahrenden, der sich in Zeiten von Covid19 noch zusätzlich verstärkt hat, die Neuverteilung des Platzes zu Lasten des individuellen Kraftverkehrs. So manche zweispurige Autostraße müsse  zur sicheren Radverkehrsführung auf einspurige Automobilität begrenzt werden.  „Die Stadt bemüht sich, aber das Tempo des Platzschaffens für den klimaneutralen, schadstofffreien und leisen Radverkehr ist absolut unzureichend“, meint VCD-Mitglied Heribert Dicke, der als Routentester besonders viel in Mainz mit dem Radel unterwegs ist.

Ganz versteckt in den Details seiner Untersuchung anerkennt der ADAC die Flächenkonkurrenz zwischen den Verkehrsträgern.. Leider belasse er es im Unklaren, wie die „zukunftsweisenden Konzepte, die für eine sichere Mobilität stehen“ konkret aussehen – in einer eng gebauten Stadt, in der Häuser stehen, Menschen gehen und sich aufhalten und Radfahrende gut unterwegs sind.

 

 

Pressekontakt

Rupert Röder, VCD Rheinhessen

Mail: radverkehr.rheinhessen@vcd.org    Mobil: 0176 5478 1256

Der Verkehrsclub Deutschland Rheinhessen (VCD)

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